Dentsu Aegis & media.at: Die Details zum Deal

Im ersten Interview nach dem Kauf spricht Dentsu-CEO Andreas Weiss über die neue Nummer zwei am Markt.

Dies ist Teil 1 des Cover-Interviews, das in HORIZONT Nummer 32 bereits in voller Länge erschienen ist.

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Der Verkauf der media.at an das Dentsu Aegis Network ist seit Ende Juli in trockenen Tüchern. Damit agiert eine neue Nummer zwei am Mediaagenturen-Markt – ab Herbst am gemeinsamen Standort im Viertel Zwei. Dentsu-Aegis-Austria-CEO Andreas Weiss erläutert seine Pläne.

HORIZONT: Was waren Ihre Ambitionen, die media.at zu kaufen?

ANDREAS WEISS: Die Motivation an dem Ausschreibungsverfahren mitzumachen, war aufgelegt: Einerseits erwirbst du mit einem Schlag Marktanteile, eine etablierte Marke, ein funktionierendes Unternehmen mit gutem Team. Auf der anderen Seite haben wir die Möglichkeit gesehen, Partnerschaften und vorhandenes Wissen aus Dentsu heraus skalieren zu können. Und letztlich auch meine sehr persönliche Ambition, Dentsu zu einem langfristig erfolgreichen Unternehmen am heimischen Markt zu machen.

Wie soll nun nach dem erfolgten Abschluss der Übernahme die Integration der media.at mit ihren Submarken vonstatten gehen?

Wir haben am ersten Tag nach dem Signing mit der Integration gestartet. Dazu haben wir ein Integrationsteam besetzt aus beiden Seiten, die in den nächsten zwei Monaten genau hinsehen, was wir übernehmen oder ändern. Achtung – wichtig: es ist nicht gesagt, dass Dentsu immer die besseren Prozesse, Tools oder Ideen hat. Also die Integration ist keine Einbahnstraße bei uns. Ja, es wird auch einfache Entscheidungen geben, wie beispielsweise bald auf eine gemeinsame Finanzsoftware umzustellen. Aber generell gilt, dass wir zügig uns alles ansehen, aber nichts übers Knie brechen. Die media.at wird als Marke und rechtlich selbstständiges Unternehmen mit eigenem Geschäftsführer und Team bestehen bleiben. Die Positionierung als österreichische Agentur mit dem für mich genialen Namen halte ich für klug. Das werde ich nicht durch übertriebenen Netzwerk-Eifer zerstören!

Und die vier Submarken?

Die werden bis auf weiteres bestehen bleiben. Ob wir jede davon genau so intensiv forcieren wie media.at als übergeordnete Marke, kann ich im Moment noch nicht sagen.

Wie erfolgt die Aufstellung im operativen Geschäft? Wird es ein Zusammenspiel geben oder agieren die Marken unabhängig voneinander am Markt?

Das System ist nicht viel anders als bisher, wo wir unter dem Dach der Dentsu zwei Mediaagenturen und einige Spezialagentur betreiben. Während die Mediaagenturen mit eigenen Planungs- und Implementations-Teams beziehungsweise auch bei Kunden klar getrennt agieren, herrscht enges Zusammenspiel mit den Spezialisten – Performance, Mobile und so weiter. Darauf kann künftig auch die media.at zugreifen. Ja, wir haben jetzt schon eine beträchtliche Bandbreite an Themen mit Marken besetzt. Bin ich bemüht, weitere Marken zu schaffen? Eher nein. Strategisch muss das Ziel für die Zukunft lauten, Themen, die immer stärker ineinadergreifen zu bündeln.

Ein großes Asset der media.at sind und waren die nunmehrigen Ex-Eigentümer mit ihren großen Etats. Gibt es Zusagen von diesen, diese auf gewisse Zeit in der Agentur zu belassen?

Ja.

Lässt sich das zeitlich einschränken?

Nein. 

War das Erringen dieser Zusagen der Grund, warum der Verkauf doch eineinhalb Jahre gedauert hat?

Nein. Das lag daran, dass die vier Eigentümer als Verkäufer ein gewisses Bild hatten, dass sich mit dem unseren Bild matchen musste. Zudem hatten die ehemaligen Eigentümer in ihrem Tagesgeschäft auch andere Prioritäten als den Verkauf. Auch wenn der Prozess sicher für alle dann und wann schmerzhaft lange war, so war er immer von einem sehr konstruktiven Geist getragen. Das muss ich auch sagen!

Hier geht es zu Teil 2 des Interviews

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