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Datenschutz: So werden Apps DSGVO-konform

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Die ab Mai 2018 geltende DSGVO sorgt für Kopfzerbrechen für Website-Betreibern, die ePrivacy-Verordnung erschwert die Verwendung von Cookies. Für Apps gelten teils ähnliche, teils ganz andere Regeln in Sachen Datenschutz.

Die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die ab Mai 2018 in Kraft tritt, sorgt für Kopfzerbrechen bei diversen Website-Betreibern – bei Apps hingegen ist die Sorge nicht sonderlich groß, wie Harald Winkelhofer, CEO von IQ mobile, sagt: Denn bereits durch das Telekommunikationsgesetz gelten für Apps recht strenge Regeln, wenn es zum Beispiel um personalisierte Datennutzung geht. So ist es App-Betreibern untersagt, personalisierte Daten zu verwenden – sie müssen auf die anonymisierten Geräte-IDs zurückgreifen, die ihrerseits keinen Rückschluss auf den dahinterstehenden Menschen ermöglichen.

Bei der Einwilligungserklärung zur Datenspeicherung, wenn der Nutzer sich mobil zum Beispiel für einen Bonusclub anmeldet, gelten laut Winkelhofer wiederum die gleichen Prinzipien wie im herkömmlichen Web: Auch hier muss DSGVO-konform gearbeitet werden.  

Welche Daten werden gesammelt?

Auch laut Maximilian Nimmervoll, Geschäftsführer von Diamir Holding, muss darauf geachtet werden, welche Daten der App-Betreiber sammelt und welche Regeln dementsprechend gelten. Das sorgt auch für Transparenz und somit für Akzeptanz beim Nutzer: „Wenn eine App ohne klar erkennbaren Grund Location-Daten sammelt, springen 60 Prozent der User wieder ab,“ sagt Nimmervoll: „Die User sind äußerst sensibel, wenn es um die Nutzung ihrer Smartphone- Sensoren geht.“ Das bestätigt Michael Steiner, Managing Partner von all about apps: Er betont. dass jeder Zugriff auf die Hardware auch mit einem Feature begründet werden muss – streng sind hier nicht nur die User per se, sondern auch Apple und Google, die Betreiber der App Stores sind und somit als Mittelmänner fungieren.

Kein Problem mit Cookies

Die vor allem im Rahmen der ePrivacy-Verordnung kontrovers diskutierte Cookie-Thematik fällt für Apps ohnehin weg – denn Cookies funktionieren bei Apps aus technischen Gründen nicht. Stattdessen werden andere Mess-Tools für die Performance von Apps genutzt, die laut Winkelhofer immer schon konform mit den Regeln des Telekommunikationsgesetzes und den Vorgaben der App Stores von Google und Apple sein mussten. Hier erwähnt Nimmervoll zum Beispiel auch ein von Facebook bereitgestelltes Tracking-Pixel, das in Apps eingebaut und über welches der Nutzer wiedererkannt werden kann: Dabei handelt es sich zwar nicht um ein Cookie im klassischen Sinn, Re-Targeting ist damit aber ebenfalls möglich. 

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