Das zeigt der ORF in der TV-Saison 2016/17

Nach den sportlichen Highlights der vergangenen Monate dreht sich in naher Zukunft alles um eigenproduzierte Fiction und diverse politische Wahlen.

Nachdem die Wahlen am Küniglberg geschlagen sind, geht es endlich wieder um das Programm. Das war die Hauptaussage von Fernsehdirektorin Kathrin Zechner, die am Donnerstagvormittag vor Journalisten das Programm für die kommenden Wochen und Monate vorgestellt hat. Auffällig: Nach ESC 2015 und Fußball EM/Olympia 2016 gibt es für 2017 nicht DAS prägende Format. Stattdessen will man viele Eigenproduktionen zeigen und sich auch stark auf die kommenden Wahlen konzentrieren - zum einem wird Österreich ja noch einmal einen Bundespräsidenten wählen, in den USA wird ein neuer Präsident gesucht. 

Bereits bekannt war, dass die „Vorstadtweiber“ mit zehn neuen Folgen fortgeführt werden (HORIZONT berichtete). Hinzu kommen neue Ausgaben von „Schnell ermittelt“ und „SOKO Donau“. In der neuen Serie „Fokus Mord“ geht es um echte Kriminalfälle, die von Laiendarstellern nachgespielt werden. In Interview-Szenen kommen die echten Ermittler des inzwischen gelösten, echten Falles zu Wort. 

Auch die dritte und die vierte Staffel der „CopStories“ erscheint in der Presse-Information für das kommende Jahr, wann genau der ORF die Serie zeigen wird, kann Zechner aber noch nicht sagen. „Wir befinden uns derzeit in Finanzplan-Verhandlungen“, sagte sie. 

Weniger neue US-Serien

Zusätzlich zu seinen Serien hat der ORF auch einige Event-Produktionen geplant. So können die Zuschauer in „Pregau“ mittels Smartphone-App mit dabei sein - hier kooperiert der Sender mit dem Wiener Start-Up Tonio (TrendingTopics.at berichtete). 2017 soll es auch den 15 Millionen Euro schweren Dreiteiler „Maximilian“ zu sehen geben. Außerdem gibt es neue „Landkrimis“, ergänzt wird dieses Genre ab dem kommenden Jahr zudem durch die Reihe „Stadtkomödien“. Ein Film mit aktuellem Bezug ist „Die Stille danach“, in dem es um eine Familie geht, dessen Sohn bei einem Amoklauf mehrere Menschen umgebracht hat. 

Frische US-Ware hat der ORF bei seiner Programmvorstellung dagegen gar nicht gezeigt. Der Sender folgt damit einem Trend, des es derzeit auch in Deutschland zu sehen gibt: Da es immer weniger massentaugliche US-Serien gibt, setzt man auch dort verstärkt auf eigene Serien. 

Sparen im Show-Bereich

Im Show-Bereich hat der ORF wenig Neues zu bieten. Zechner gibt zu Bedenken, dass man hier in den vergangenen Jahren, auch aufgrund des Wegfalls der Gebührenrefundierung, deutliche Kürzungen machen musste. 2016/17 sind unter anderem neue Staffeln von „Die große Chance“, „Die große Chance der Chöre“ und „Dancing Stars“. Auch den ESC wird der ORF wieder zeigen - wegen der hohen Kosten werde man allerdings auf einen Vorentscheid verzichten, so Zechner. 

Settele auf der Suche nach Heimat

Und natürlich wird auch die Information in der neuen TV-Saison eine wichtige Rolle im ORF spielen. Einen Schwerpunkt lege man in den kommenden Wochen auf die Wahl des neuen US-Präsidenten und auf die Bundespräsidenten-Wahl in Österreich. Bei der Programmpräsentation fällt aber auch das Wort Neuwahl. Zechner will in der Reihe DOKeins die Eigenproduktionen sukzessive ausbauen. Aus derzeit fünf bis sieben Eigenproduktionen sollen in Zukunft zehn werden - die restlichen Folgen (insgesamt sind es in der Regel 15-20) kauft der ORF zu. Neues Format rund um DOKeins: „Settele sucht die Heimat“, in der Hanno Settele junge Menschen befragt, wie sie den Begriff Heimat sehen. 

Bei „Guten Morgen Österreich“ sind wohl eher keine größeren Änderungen geplant. Auch wenn Zechner das am Donnerstag noch nicht fix sagen konnte: Das Format ist trotz seiner hohen Kosten ein Prestige-Projekt von ORF-General Alexander Wrabetz. Wäre Richard Grasl zum neuen Generaldirektor gewählt worden, hätte es wohl deutliche Änderungen gegeben. Mit dem von Wrabetz angekündigten einstündigen Info-Magazin ist erst im Herbst 2017 zu rechnen.

Im Sport-Bereich hat der ORF unter anderem die alpine Ski-WM in St. Moritz, die nordische Ski-WM in Lahti sowie die Biathlon-WM in Hochfilzen im Programm. Im Sommer 2017 überträgt der ORF zudem die Beachvolleyball-WM aus Wien. Hinzu kommen wie gewohnt Formel 1 und die Champions League.

Neues Spira-Format und „Sofazapper“

Zwei neue non-fiktionale Produkten sind „Wie tickst du?“ und die „Sofazapper“. Im ersten Format touren Comedians durch das Land, kommentieren allerhand Statistiken und zeigen, ob diese wirklich auf die Österreicher zutreffen. In „Sofazapper“ kommentieren Zuschauer das ORF-Programm. Hier sei man gerade dabei eine passende Woche im ORF zu suchen, die auch spannend genug dafür sei, sagt Zechner. Ein ähnliches Format hatte RTL bereits im vergangenen Jahr im Programm, die Quoten waren aber eher durchwachsen. Hinzu kommt noch „Heimatgeschichten“ von Elizabeth T. Spira. Ob und wenn ja wie es mit den „Liebesgschichten“ weiter geht, ist derzeit noch offen. Zechner will sich alle Optionen offen halten und auch mit anderen möglichen Moderatoren reden - Spira hatte zuletzt ihren Abschied aus dem Format angedeutet. Weiter geht es zudem mit neuen Folgen von „Undercover Boss“.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sagt zum neuen Programm: „Wir machen Programm – 2017 erneut das beste, facettenreichste, umfassendste trimediale Angebot für die Österreicherinnen und Österreicher. Unser Selbstverständnis und Anspruch als Dienstleister für Österreich kennt nur dieses eine Ziel: Mit allen Angebotskanälen tagtäglich für das heimische Publikum bestmöglich da zu sein.“ Oliver Böhm, CEO ORF-Enterprise und damit ganz wesentlich für die Werbeeinnahmen im ORF verantwortlich, erklärt: „Programmerfolge sind Werbeerfolge. Österreichische Erfolgsproduktionen, bewegende Sport-Highlights, interessante Dokumentationen und exzellente Informationssendungen werden die Seherinnen und Seher mit Vielfalt und Qualität begeistern. Ein begeistertes und treues Publikum ist für die ORF-Enterprise der Garant, um der werbetreibenden Wirtschaft unvergleichliche Werbeerfolge in allen Medien des ORF und für alle Budgetgrößen zu bieten. Als Vermarkter rufen auch wir zum Österreich-Schwerpunkt auf: Österreichische Werbebudgets entfalten die beste Wirkung im Umfeld von österreichischem Content!“

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