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Das sagt die Branche über die Neuheiten der CES 2018

Mit „The Wall“ zeigt Samsung einen 146-Zoll-TV mit selbstleuchtenden Micro-LE Ds. Auflösung und Smart TV sind auch 2018 dominierende Themen. (c) Samsung

Bessere Fernseher, smarte Assistenten, Virtual Reality und intelligente Autos: Auf der CES in Las Vegas wurden die Tech-Trends des Jahres definiert. HORIZONT hat Branchenexperten zu den Auswirkungen in Österreich befragt.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 1-2/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Größer, schneller, vernetzter - das ist das Credo auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, auf der jedes Jahr Anfang Jänner die Tech-Trends für die kommenden Monate definiert werden - inklusive neuem Potenzial für Medien und Werbetreibende. Auf der diesjährigen CES, die neben der IFA in Berlin als eine der größten Messen für Unterhaltungselektonik gilt, sind erneut TVTechnologien ein dominierendes Thema, und hier vor allem Ultra-HD-Auflösung (UHD): 4K, also das Vierfache von Full-HD, gilt hier als keine Besonderheit mehr, vielmehr präsentieren immer mehr Hersteller Geräte mit 8K-Auflösung, also dem Achtfachen von Full-HD. Doch ist für solche Geräte überhaupt Content vorhanden?

UHD-Sender sind in Österreich noch Mangelware, meist sind Besitzer eines solchen Geräts auf Streaming angewiesen. „Eine der Herausforderungen für 4K-Inhalte sind momentan noch die hohen Kosten, die die Sendeanstalten in ihre Kamera- und Produktionsausrüstung investieren müssen,“ sagt Martijn van Hout, M7 Country Manager für Österreich und Deutschland: Erst 2014 begannen die Studios mit der Produktion von Inhalten in 4K; zudem benötigt 4K neue Enkodierungs- und Dekodierungsgeräte, die erst in den letzten Jahren kosteneffizient verfügbar wurden. Außerdem benötigt 4K doppelt so viel Bandbreite wie Full-HD. „8K befindet sich noch in den Kinderschuhen und dürfte in den kommenden fünf Jahren nicht zum Mainstream werden,“ sagt van Hout in Richtung der CESAussteller. Immerhin: HD Austria bietet seit April 2017 mit Insight TV einen Sender in 4K an. Vom ORF heißt es, dass in Bezug auf UHD derzeit unterschiedliche Entwicklungen am Markt zu beobachten seien - und dass der ORF UHD über Sendewege erst dann anbieten wird, „wenn stabile und einheitliche Standards vorliegen und für die Konsumenten Empfangssicherheit gegeben ist.“

Alles ist vernetzt

Doch Auflösung ist nicht alles - vor allem vernetzte Geräte vom TV über den Staubsauger bis zum Auto sind ein Thema auf der CES; immer mehr Hersteller bauen digitale Assistenten wie Amazon Alexa oder Google Assistant in ihre Geräte ein. „Das verschafft vor allem Amazon und Google einen Kontakt zum Kunden,“ sagt Michael Katzlberger, Geschäftsführer von Tunnel23: Unklar sei, wie zum Beispiel Kinder sich in Zukunft entwickeln, wenn allerlei Informationen - und Werbebotschaften - im Haushalt per Sprache abrufbar sind. Jürgen Oberguggenberger, Geschäftsführer von kraftwerk, betont, dass schon jetzt jede fünfte Suche sprachgesteuert durchgeführt wird: Das hat bereits jetzt massive Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung,“ sagt er: „Google Assistant, Alexa und Co müssen schließlich auch zur passenden Information finden.“

Neben der Sprachsteuerung sehen Branchenvertreter auch Chancen und Risiken in der fortschreitenden Vernetztheit der Geräte im smarten Zuhause. Oberguggenberger erwähnt, dass 2018 in Österreich der flächendeckende Ausbau von Smart Metering beginnt - und dass sich daraus Möglickeiten für Anbieter ebenso wie für Konsumenten ergeben. „Neben allem Komfort wird Datenschutz, Privacy und Security in den Mittelpunkt rücken - so ist schon bekannt, dass mancher Staubsauger einen Wohnungsplan anlegt und an die Server der Hersteller überträgt,“ sagt Siegfried Stepke, Geschäftsführer von edialog: „Es braucht hier wie überall Standards, Awareness, Trust.“

Chancen für die Branche sieht Stepke auch bei selbstfahrenden, vernetzten Autos, wie sie jetzt auf der CES präsentiert wurden - denn die Aufmerksamkeit des Autofahrers wird nun frei für alle Kanäle: „Und natürlich werden wir als Werbetreibende situativ genau auf die richtigen Trigger eingehen können und etwa Orts-, Geschwindigkeits-, Situations- aber auch Demographie-abhängige Botschaften senden“. Und schließlich sieht er auch in Virtual Reality anlässlich der auf der CES präsentierten neuen HTC Vive viel Potenzial: VR werde vor allem bei E-Commerce und Entertainment einen Umbruch bewirken.

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