Bergführer der Politkommunikation

Die Gründung der Public-Affairs-Beratungsagentur 365 Sherpas Wien ist Teil des Expansionskurses der Hirschen Group. Inhaltlich wollen die Verantwortlichen neue Wege gehen und stark mit den Werbern kooperieren.

Sherpas – zwei Bedeutungen, ein Ziel: Einerseits der Bergführer, der Menschen auf den Berg hilft – und das bei jedem Wetter. Andererseits hat der Sherpa eine politische Bedeutung, er bereitet Inhalte für einen Regierungschef der G20 vor. Die Sherpas als Bergführer der Politberatung sind ab sofort auch am Wiener Standort Siebensterngasse zu finden und ein fester Bestandteil der Hirschen Group. Herbert Rohrmair-­Lewis ist Gründer und Geschäftsführer der 365 Sherpas Wien, die politisch-strategische Beratung und „Themenlobbyismus“ für die öffentliche Hand, aber auch Unternehmen anbieten.

In Berlin wurde 365 Sherpas bereits 2013 gegründet, Kunden kommen aus dem öffentlichen Sektor, Verbänden, Bereichen wie Digital/Technologie, Handel, Konsumgüter und Infrastruktur. Über einzelne Signature-Projekte möchte sich Cornelius Winter, CEO 365 Sherpas, nicht im Detail äußern. Der dreieinhalbjährige Erfolg der politisch-strategischen Beratung in Deutschland fuße sicherlich auf dem Kundenstamm aus Öffentlichem Bereich, Verbänden und Unternehmen. Das Leistungsspektrum reicht von Beratungsleistungen in Krisensituationen über die politische Interessensvertretung bis hin zu Stakeholder- und Umfeldanalysen sowie Monitoring und politischem Kontaktmanagement.

So will man in Wien punkten

Die Public-Affairs-Szene in Wien ist dicht, sei allerdings noch lange nicht ausentwickelt. So will der neue Player den Markt „ein Stück weit verändern und neu prägen“, sagt CEO Winter. Nötig sei eine Neudefinition des Marktes „unter der Prämisse verantwortungsvoller Interessensvertretung“, stellt er im Gespräch mit HORIZONT fest. Eines sei dabei klar: Man betreibt nicht mehr „Adressbuchlobbyismus“ der alten Schule, sondern fokussiert sich auf den neuen Weg des „Themenlobbyismus“ zur wirksameren Interessensvertretung.

In Wien sollen auch neue Tools ausgearbeitet werden, die in die Richtung der Vorfeldberatung gehen; „also bereits am Anfang eines Projektes strategisch anzusetzen und zu beraten“, ergänzt Rohrmair-Lewis. Den ersten Mitarbeiter gibt es bereits, ein weiterer soll mit Anfang April folgen. Somit agieren derzeit insgesamt 28 Mitarbeiter bei 365 Sherpas Berlin und Wien.

Synergien aus der Werbung nutzen

Aber auch Synergien und das breite Know-how innerhalb der Hirschen Group werden genutzt, mit den Kollegen in Deutschland steht man in stetigem Austausch: Je nach Bedarf und Anforderung eines Projektes wird das Know-how aus Deutschland beziehungsweise der Group geholt und die Teams individuell zusammengestellt.

Dabei konzentriere man sich bei 365 Sherpas auf das Wesentliche: „Durch die Eigenständigkeit der Agenturmarken wird das Beratungsgeschäft nicht verwässert“, hält Jan Böttger, Managing Partner 365 Sherpas Deutschland, fest.Durch die Doppelrolle von Rohrmair-Lewis – als Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Zum goldenen Hirschen und Gründer und Geschäftsführer der 365 Sherpas Wien – soll „eine stärkere Verschmelzung von politischen Inhalten mit kommunikativen Instrumenten stattfinden, die in der Branche derzeit noch nicht stark genug miteinander verbunden werden“, sagt Böttger.

Konkret ginge es darum, auch im Public-Affairs-Bereich „den Kopf aus dem Fenster zu strecken und auch mal eine Kritik einzustecken, wenn man eine Position nach außen trägt“, so Böttger weiter.Im Fokus stünde eine gesteigerte Debatten- und Dialogfähigkeit. Das bedeute „auch mal die öffentliche Auseinandersetzung mit einer NGO zu suchen – denn Interessen werden künftig mehr und mehr in der öffentlichen Arena vertreten“, hält Böttger abschließend fest. 

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