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Amazons Alexa wird zum Werbemedium

Alexa bekommt bei ihren Ratschlägen Schlagseite (c) Amazon

Amazon plant offenbar, Werbebotschaften in seinen digitalen Sprachassistenten Echo/Alexa einzuschleusen.

Laut einem Bericht von CNBC laufen bereits konkrete Verhandlungen zwischen Amazon und Procter & Gamble sowie anderen Konsumgüterproduzenten. Gegen entsprechende Entlohnung würde Alexa ihren Besitzern dann bei entsprechenden Anfragen zum Kauf von Produkten des jeweiligen Sponsors raten oder vor Produkten der Konkurrenz zum Kauf vorschlagen. Amazon dementierte den Bericht von CNBC nur insofern, als man garantierte, Alexa werde nie Werbung von sich geben. Darum geht es aber auch gar nicht.

Schon jetzt ist Alexa etwa beim Thema Zahnpasta ein wenig "parteiisch", vorerst allerdings zugunsten von Colgate-Palmolive als größtem Konkurrenten von Procter & Gamble. Auf die Aufforderung, Zahnpasta zu bestellen, antwortet der digital assistant mit der Gegenfrage, ob man nach einer bestimmten Marke suchen solle, "zum Beispiel Colgate?". Amazons angestrebtes Geschäftsmodell entspricht laut CNBC jenem von Google bei der Auflistung von Sucheinträgen: Je weiter oben, desto teurer. Der Start soll noch heuer erfolgen.

Das neue "kleine Einmaleins"

Gerade der Umstand, dass die künstliche Intelligenz der Sprachassistenten noch einigermaßen in den Kinderschuhen steckt, soll Amazons Pläne beflügeln: Künstliche Intelligenz könne "den Wert einer Marke bisher nicht erkennen", wird der Handelsexperte Greg Stemler (Ernst & Young) zitiert. Markenartikelhersteller stünden vor einer "Herausforderung" und müssten sich darauf einstellen. Ebenso prophezeit Matt Borchard von der Agentur Noble People, die bezahlte Produktplatzierung auf Amazon - ob online oder via Alexa - werde künftig das "kleine Einmaleins" des Verkaufs sein.

Noch rangiert Amazon laut der Plattform eMarketer bei Werbeeinnahmen auf Platz fünf der IT-Riesen, weit abgeschlagen hinter Google und Facebook. Die Monetarisierung der Alexa-Ratschläge soll Amazons Einnahmen in diesem Feld jedoch beflügeln, wenn nicht sogar das Ranking ändern. Amazon selbst vermeldete für das heurige Weihnachtsgeschäft den Verkauf von "mehreren zehn Millionen" Stück seiner Echo/Alexa-Einheiten.

[lz]

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