A1 Technikvorstand Marcus Grausam: „Fördermittel der Breitbandmilliarde sind wichtig.“

A1 Technikvorstand Marcus Grausam spricht im Interview mit HORIZONT über den neuen Mobilfunkstandard 5G, den Ausbau von Breitband am Land und die Rolle der Breitbandmilliarde.

HORIZONT: Brauchen wir wirklich einen Ausbau von 5G? Oder ist ein Ausbau von fixem Glasfaser-Internet nicht sinnvoller?

Marcus Grausam: Als Mobilfunktechnologie wird 5G neuartige, mobile Anwendungen ermöglichen. Festnetz-Breitband ist ortsgebunden und kann dafür kein Ersatz sein. Allerdings ist ein weitverzweigtes Glasfasernetz die technische Voraussetzung für die Realisierung der neuen Mobilfunkgeneration. Nur mit der Anbindung an das Glasfasernetz erreicht 5G die notwenigen Übertragungskapazitäten.

Wozu wird 5G benötigt? Wo kann fixes Breitband bessere Leistung bringen?

Mit Datenraten über 10 GBit/s und extrem kurzen Latenzzeiten wird 5G erstmals Echtzeitkommunikation zwischen mobilen Geräten ermöglichen und bereitet damit die Grundlage für Innovationen in Bereichen wie Mobilität, Verkehr oder Industrie 4.0. Fixes Breitband ist nicht nur eine Voraussetzung von 5G, es wird auch in Zukunft die sichere Basis einer ungeteilte Bandbreite für datenintensives Arbeiten im Beruf, Smart Home- oder Streaming-Anwendungen zu Hause bieten.

Wie steht es um den Ausbau-Fahrplan von schnellem Breitband (Festnetz und mobil) in Österreich, vor allem im ländlichen Raum?

Das Breitbandnetz sichert die wirtschaftliche Attraktivität im ländlichen Raum und trägt maßgeblich dazu bei, dass rurale Gemeinden als attraktiven Lebens- und Arbeitsstandorte erhalten bleiben. Um die Netze fit für die zukünftigen Herausforderungen der Wirtschaft zu machen, investiert A1 gerade dort massiv in den Ausbau des Glasfasernetzes. Derzeit sind glasfaserschnelles Internet für knapp 80% der Haushalte verfügbar und wir arbeiten laufend am Ausbau des Glasfasernetzes weiter. Im Mobilfunk schließt A1 die letzten 4G/LTE Versorgungslücken und bereitet sich auf die neue Mobilfunkgeneration 5G vor.

Wie ist Österreich bei schnellem Internet (Festnetz und mobil) im Vergleich zur europäischen Konkurrenz, vor allem Deutschland? Ihre Meinung zur Nutzung der „Breitbandmilliarde“ der Regierung?

Im Vergleich mit Deutschland hat der Mobilfunk und LTE-Ausbau in Österreich ein sehr hohes Niveau. In unabhängigen Vergleichstests zählt A1 als Spitzenreiter in Österreich auch im Drei-Länder-Vergleich zur Spitzengruppe. Laut dem Digital Economy and Society Index (DESI) der Europäischen Kommission ist die Breitband-Verfügbarkeit Österreichs über dem europäischen Durchschnitt und knapp vor Deutschland. Der Glasfaserausbau muss speziell im ländlichen Bereich forciert werden. Hier investiert A1 laufend in den Ausbau der Breitband-Infrastruktur. Die Fördermittel der sogenannten „Breitbandmilliarde“ des Bundes sind hier wichtig, damit auch ländliche Regionen, in denen ein wirtschaftlicher Ausbau für Unternehmen nicht möglich ist, an die digitale Lebensader angeschlossen werden können.

Dieses Interview wurde im Rahmen einer Analyse zum Thema „Breitband in Österreich“ geführt, welche bereits in der Print-Ausgabe des HORIZONT, Nr. 38, erschienen ist.

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