A1 startet umstrittenen TV-Dienst

A1 Now ist ab sofort online. Die österreichischen Fernsehsender lehnen das Angebot in seiner derzeitigen Form ab.

A1 hat am Dienstag seine Plattform A1 Now gestartet. Bereits im vergangenen Herbst gab es einen Beta-Test, nun geht das Angebot in den Vollbetrieb. Mit A1 Now können Kunden 40 lineare TV-Sender am Smartphone, Tablet und im Web live sehen. Hinzu kommt ein Videorekorder, mit dem die Nutzer das gesamte TV-Programm der vergangenen sieben Tage nachholen können. Zusätzlich können sie damit 10 Stunden ausgewählten Inhalt aufzeichnen. Über eine Online-Videothek bietet A1 seinen Kunden österreichische Serien zum Abruf an. 

Das neue Angebot steht allen A1-Kunden mit Smartphone-Tarif (A1 Go! Tarif) und A1 Festnetz-Internet mit Vertragsabschluss zwischen 18. November 2013 und 26. Februar 2016 sowie allen neuen und bestehenden A1 Go! Premium-Kunden bis Jahresende gratis zur Verfügung. Danach kostet A1 Now laut Unternehmensangaben voraussichtlich 7,90 Euro pro Monat. Ursprünglich war es angedacht, das Angebot nicht ausschließlich für A1-Kunden verfügbar zu machen. Bei der Nutzung von A1 Now fallen Datenvolumen an.

TV-Sender sehen Gesetzesbruch

A1 Now wird in den nächsten Wochen und Monaten vermutlich noch für Schlagzeilen sorgen. Erst im Februar sprachen sich alle großen österreichischen TV-Sender gegen das Projekt in seiner derzeitigen Form aus (HORIZONT berichtete). Vor allem die Tatsache, dass sämtliche Inhalte der Sender für sieben Tage lang abrufbar bleiben, stört die Sender. „Wir können uns nicht vorstellen, dass dies mit den geltenden Gesetzen in Einklang zu bringen ist“, sagte VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm, die damals auch für ORF und ATV sprach. A1 stützt sich bei dem Feature auf das Recht auf Privatkopien. Ob das siebentägige Aufzeichnen der Sendungen aller TV-Sender noch als Privatkopie zu bewerten ist, bleibt allerdings fraglich.

Doch schon im Februar wollte man bei A1 in Sachen dauerhafter Aufnahme der TV-Inhalte nicht nachgeben: „Damit können Kunden das gesamte TV Programm bis zu sieben Tage nachholen oder einzelne spannende Inhalte im Umfang von bis zu zehn Stunden drei ­Monate lang aufnehmen. Diese Funktion wird erhalten bleiben“, so A1-Sprecherin Dandrea-Böhm.

Rechtsstreit möglich

ORF, VÖP und ATV werden das Angebot nun genau prüfen und beraten, wie sie in der Sache verfahren wollen. Gut möglich, dass es nun zu einem Rechtsstreit zwischen TV-Sendern und A1 kommt. Auf einen Kompromiss konnte man sich in den vergangenen Monaten offenbar nicht einigen. 

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