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Das sind die Jobs der Zukunft

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Die aktuellen Arbeitslosenzahlen bringen positive Nachrichten für die Branche. Die Digitalisierung schafft jedoch völlig neue Anforderungen – von Journalismus bis E-Commerce.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 14/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Der wirtschaftliche Aufschwung zeigt Wirkung. Zum ersten Mal seit fünf Jahren waren im März weniger als 400.000 Menschen in Österreich arbeitslos. 321.903 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 76.600 Personen befanden sich in Schulungen. Insgesamt bedeuten 398.503 Menschen ohne Job einen Rückgang von 7,5 Prozent gegenüber dem März 2017. Überdurchschnittlich stark sank dabei die Zahl der Arbeitssuchenden in der Medien- und Kommunikationsbranche. Im sogenannten Wirtschaftsabschnitt Information und Kommunikation sank die Arbeitslosigkeit im März im Vergleich zum Vorjahr um 9,7 Prozent. 4.960 Menschen sind hier ohne Job, 2017 waren es noch 533 mehr. Bei den Frauen sank die Arbeitslosigkeit besonders stark, nämlich um 12,1 Prozent. In der Wirtschaftsabteilung Werbung und Marktforschung zeigt sich ein umgekehrtes Bild: Bei den Männern sank die Arbeitslosigkeit um 13,7 Prozent, bei den Frauen immerhin noch um neun Prozent. Insgesamt bedeutet das einen Rückgang um 11,5 Prozent in dieser Wirtschaftsabteilung, 2.326 Menschen sind hier noch ohne Beschäftigung.

Wandel prägt den Arbeitsmarkt

Wie sind diese Entwicklung und der Arbeitsmarkt der Zukunft im Kontext der voranschreitenden Digitalisierung zu sehen? Wie ihre drei Vorgänger wird auch die sogenannte vierte industrielle Revolution die Arbeitsweisen und -felder großer Teile der Bevölkerung verändern. Ein wesentlicher Faktor ist dabei gerade für den Medien- und Kommunikationssektor die Geschwindigkeit. „Das Tempo, mit dem News entstehen und wieder vergehen, ist enorm gestiegen“, meint Lydia Ninz zum HORIZONT. Die Wirtschaftsjournalistin ist Geschäftsführerin der Beratungs- und Betreuungseinrichtung Ajour, die vor knapp einem Jahr gegründet wurde und sich speziell um arbeitslose und von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen im Medienbereich kümmert. Beschäftigte oder Arbeitssuchende in diesem Bereich sieht Ninz besonderen Herausforderungen ausgesetzt: „Die Ansprüche wachsen allein schon deswegen, weil es viel mehr Informationsquellen gibt, die zu beachten sind: Agenturen, Facebook, Instagram, Online-Medien.“ Gewachsen sei zudem der Anspruch an die Präsentation journalistischer Ergebnisse. Journalisten müssten mehr visualisieren, etwa mit Fotos oder Videos – und zudem in der Lage sein, all diese verschiedenen News rasch einzuordnen.

„Eine der größten Herausforderung der Branche ist die extreme Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung“, meint auch Rainer Neuwirth, Studiengangsleitung ECommerce der Fachhochschule Wiener Neustadt. Dies fordere eine laufende aktive Weiterbildung und ständige Adaptierung der bestehenden Kommunikationskanäle an die Anforderungen der unterschiedlichen Zielgruppen. „Ebenso gilt es, sich organisatorisch auf die Zeit und Ortsungebundenheit des Internets einzustellen. Kommuniziert wird im globalen Mitbewerb, was auch ein Überdenken von bisherigen Kommunikationsstrukturen mit sich bringt.“ Denn auch diese seien einer wichtigen Veränderung ausgesetzt, meint Neuwirth. „Früher hatte man die Aufmerksamkeit der Kunden und suchte nach reichweitenstarken Kommunikationskanälen. Heute hat man die Reichweite, sucht hingegen die Aufmerksamkeit der Kunden in einem extrem gesättigten kommunikativen Umfeld.“ Vor diesem Hintergrund steht vor allem für Berufseinsteiger vermehrt die Frage im Vordergrund: „Welche Jobs haben Zukunft?“

 

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