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Bild von brennendem Demonstranten ist Welt-Pressefoto

"Venezuela Crisis", World Press Photo 2018
© Ronaldo Schemidt

AFP-Fotograf Ronaldo Schemidt wurde für "Venezuela Crisis", das auch den ersten Preis in der Kategorie "Spot News Single" gewann, ausgezeichnet.

Das Bild eines in Brand geratenen maskierten Demonstranten in Venezuela des AFP-Fotografen Ronaldo Schemidt ist zum Welt-Pressefoto des Jahres gekürt worden. Schemidts Bild "Venezuela Crisis", das auch den ersten Preis in der Kategorie "Spot News Single" gewann, zeigt, wie José Víctor Salazar Balza (28) bei gewaltsamen Zusammenstößen mit der Bereitschaftspolizei bei einem Protest gegen Präsident Nicolás Maduro in Caracas, Venezuela, in Brand geriet. Salazar wurde angezündet, als der Benzintank eines Motorrads explodierte. Er überlebte den Vorfall mit Verbrennungen ersten und zweiten Grades.

"Ich fühlte die Explosion hinter mir und ich spürte die Hitze und in diesem Moment habe ich mich umgedreht und schon fotografiert, ohne zu sehen, was vor sich ging", sagte Schemidt der APA zufolge. Der 46-Jährige ist selbst Venezulaner, verließ das Land aber bereits vor 18 Jahren und lebt in Mexiko. Auch Schemidts Verwandte litten unter dem Hunger, der galoppierenden Inflation und den Lebensmittelengpässen im Krisenland Venezuela. Er wisse daher, "was Venezuela durchmacht", erklärte Schemidt. In dem sozialistisch regierten Land herrscht eine schwere Wirtschaftskrise. Kritiker machen Staatschef Nicolas Maduro dafür verantwortlich, dem sie überdies die Unterdrückung der Opposition vorwerfen.

Magdalena Herrera, Director of Photography bei Geo France und Vorsitzende der Jury, sagte zur Wahl des World Press Photo des Jahres: "Das Foto des Jahres muss ein Ereignis erzählen, das ist wichtig genug ist und es muss auch Fragen aufwerfen ... es muss sich engagieren und muss einen Standpunkt dazu einnehmen, was dieses Jahr in der Welt passiert ist." Sie beschreibt das Gewinnerfoto: "Es ist ein klassisches Foto, aber es hat eine sofortige Energie und Dynamik. Die Farben, die Bewegung, und es ist sehr gut komponiert, es hat Stärke. Ich bekomme sofortige Emotion."

Jury-Mitglied Whitney C. Johnson, stellvertretender Director of Photography von National Geographic, fügte hinzu: "Es ist eigentlich ziemlich symbolisch. Der Mann hat eine Maske auf seinem Gesicht. Er ist gekommen, um nicht nur sich selbst und sich selbst brennend zu repräsentieren, sondern auch irgendwie die Idee eines brennenden Venezuela."

Jury-Mitglied Bulent Kiliç, Cheffotograf Agence France-Presse Türkei, fügte hinzu: "Und es gibt ein kleines Detail auf dem Bild. Da war eine Waffe an der Wand. Darauf stand "paz", das bedeutet Frieden. Das macht dieses Bild zusätzlich stark. "

Jurymitglied Eman Mohammed, Fotojournalist, fügte hinzu: "Es verleiht einem das Gefühl von "mehr Macht für das Volk". Für diejenigen, die ihre Stimme erheben."

Das Gewinnerfoto und alle Nominierten sehen Sie oben in der Galerie

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