2016 war gut, wird 2017 rosig?

Konjunkturerhebung WKO-Sparte Information & Consulting/KMU Forschung: „Wissenbasierte Dienstleister“ steigerten 2016 ihre Umsätze um nominell 7,5 Prozent und erwarten 2017 Plus 5,3 Prozent.

In der Sparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer sind zehn Fachverbände – darunter der Fachverband Werbung & Marktkommunikation – zusammengefasst; seit 2003 führt die KMU Forschung Austria alljährlich eine Konjunkturumfrage unter den laut Sparten-Obmann Robert Bodenstein rund 125.000 Mitgliedsbetrieben durch (davon sind rund 70 Prozent EPUs, also Einzel-Personen-Betriebe; die demnach knapp 40.000 „arbeitgebenden“ Betriebe beschäftigen rund 215.000 Mitarbeiter).

Im Konjunkturbericht wird via Online-Fragebogen wird erfragt, wie sich die Umsätze im abgelaufenen Jahr entwickelt haben, die Preise, die Mitarbeiterzahlen, die Exporte, was investiert wurde und was in Ausbildung fließt – und welche Erwartungen für das laufende Jahr bestehen (ein freilich sehr abgespecktes Pendant das ist der Werbeklimaindex, den FV Werbung und WIFO für die FV-Werbung-Mitgliedsunternehmen quartalsweise erstellen). Die nachstehenden Daten des Konjunkturberichts 2017 basieren auf 1.900 Befragungen (knapp unter 300 kommen von Mitgliedsunternehmen des FV-Werbung mit österreichweit knapp 22.000 aktiven Mitgliedsunternehmen; davon ebenso rund zwei Drittel EPUs).

Konjunkturaufschwung!

Das abgelaufene Jahr 2016 bilanzieren die Information- und Consulting-Mitgliedsunternehmen sehr positiv: Nominell sei der Umsatz um 7,5 Prozent gewachsen (Vergleich: das nominelle BIP Brutto-Inlandsprodukt „nur“ um 2,8 Prozent), preis- und inflationsbereinigt sind das real allemal noch Plus 6,4 Prozent (BIP: 1,5 Prozent).

Die befragten Mitgliedsunternehmen des Fachverband Werbung und Marktkommunikation melden nominell ein Umsatzplus von 7,5 Prozent und liegen damit genau im Schnitt (nur übertroffen von Unternehmensberatung/Buchhaltung/IT mit nominell Plus 9,5 Prozent und Ingenieurbüros mit nominell +9,1 Prozent – siehe zu der Entwicklung der zehn Sparten obenstehende Grafik).

Namentlich die Werbung hebt Sparten-Obmann Bodenstein hervor, in Abwandlung des WK-Slogans „Geht´s der Wirtschaft gut..“ formuliert Bodenstein: „Die Werbung ist ein Indikator für die Konjunktur und wie es der Wirtschaft insgesamt geht – wenn die Wirtschaft positiv gestimmt ist beziehungsweise wächst, dann wächst auch besonders die Werbung!“

Werbung erwartet Plus 4,2 Prozent 2017

Die Unternehmen in der Sparte Information & Consulting erwarten für 2017 ein Umsatzplus von 5,3 Prozent – die Werber Plus 4,2 Prozent. Walter Bornett von der KMU Forschung Austria macht darauf aufmerksam, dass Erwartungen „tendenziell defensiv eingeschätzt werden, die Melder neigen zur Untertreibung“. Kaufmännische Sorgfaltspflicht eben.

In Summe sei das, unterstreicht Sparten-Obmann Bodenstein, „ein Beweis, dass auf die wissenbasierten Dienstleister des Informations-, Kommunikations- und Consultingsektors gerade auch in konjunkturell angespannten Zeiten Verlass ist“. Die rund 125.000 Unternehmen der Sparten erwirtschaften laut Bodenstein einen Gesamtumsatz von rund 70 Milliarden Euro; die „im Branchenvergleich beeindruckenden Wachstumszahlen signalisieren vor allem zwei Effekte“, erläutert Bodenstein: Zum einen hätten die wissenbasierten Dienstleistungsunternehmen „so wie in den Vorjahren eine dynamische Führungsrolle im Strukturwandel vom Produktionszeitalter zur Dienstleistungsgesellschaft übernommen, zum anderen bewirkt die Digitalisierung der Wirtschaft konjunkturbelebendes Wachstum, welches im Endeffekt stärker ist als die disruptiven Auswirkungen der Digitalisierung.“

Hände weg von Online-Steuer!

Sparten-Geschäftsführer Josef Moser merkt drei Themenbereiche an, die der Sparte Sorge bereiten: Bitte keine Ausdehnung der Werbeabgabe auf Online, „streicht die Werbeabgabe ersatzlos“. Es sei unverständlich, dass die Regierung Digitalisierung mit einer entsprechenden Roadmap fördere und gleichzeitig mit Abgaben deren Entwicklung hemmen wolle. Stichwort Digitalisierung, da ist die ab 25. Mai 2018 geltende EU-Datenschutzgrundverordnung natürlich Thema, auch da zeigt sich Moser besorgt: „Bitte kein ,Golden Plating‘ in Österreich!“ – soll heißen, keine restriktiveren Normen als es die Grundverordnung vorsieht. Man erwarte dringend die Ausformulierungen zu insgesamt 50 „Öffnungsklauseln“, die seitens des Gesetzgebers/Regierung zur Umsetzung der EU-DSGVO noch zu erledigen seien.

Dritte Baustelle, Arbeitszeitflexibilisierung und Werkverträge, in der Beratungs- und Kreativbranche ein besonderes Thema: Leider würde der Sozialpartner - Arbeiterkammer -  „blockieren“, merken Bodenstein und Moser an. Es gehe um die Flexibilisieurng der Tages-, Wochen- und Jahresarbeitszeit; bei Werkverträgen müsse Rechtssicherheit geschaffen werden (die Pflichtversicherer wandeln gerne Werkverträge in Anstellungen um…).

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