Kommunikations-Diktator
Kommentar von Rainer Seebacher
So wie fast jedes andere Medium auch, kommt der HORIZONT am neuen Smartphone aus Cupertino nicht vorbei. Also: Apples iPhone 5 ist da. Mehr wollen wir über die digitale Wundertüte nicht schreiben. Denn Kommunikation besteht aus einem Geben und Nehmen von Informationen. Dieser Dialog ist im Fall von Apple gestört - ja eigentlich nicht vorhanden.
Denn immer, wenn wir von dem Konzern etwas wissen wollen, bekommen wir entweder gar keine Antworten - oder unbrauchbare. Zuletzt konnten wir diese Erfahrung bei der Recherche über Kundendaten für den Bestseller 9-10/2012 machen. Statt uns mit Infos zu versorgen, decken uns Apple und seine Dienstleister via Aussendungen mit Formulierungen wie „atemberaubend“, „ultraschnell“ oder „fortschrittlichst“ ein. An den Elaboraten der eigenen oder zugekauften Texter findet der Konzern nun überaus großen Gefallen.
Denn wie die Presse jüngst berichtete, müssen sich die Mobilfunker verpflichten, wollen sie das iPhone 5 auch in ihr Portfolio aufnehmen, den exakt gleich lautenden Aussendungstext zu verwenden. Kein Scherz! Journalisten sind geduldige Menschen. Irgendwann einmal, wenn die Menschheit nicht mehr ganz so verrückt nach Geräten mit dem Apfellogo sein wird, weil die eben gar nicht so toll sind, wird das Unternehmen froh über unsere Fragen sein und sie auch beantworten. Glaubt man Technikexperten, ist das iPhone 5 der erste Schritt in diese Richtung.
[Rainer Seebacher]






Kommentare
Kommentar eingeben 0 Postings
Kommentar hinzufügen