Eine Studie mit Sprengkraft
Glosse von Sebastian Loudon
Die Diskussion ist so alt, wie das Werbegeschäft selbst: Hat das inhaltliche Umfeld eines Mediums einen Einfluss auf die Wirkung der darin enthaltenen Werbebotschaften? Auf alle Fälle, sagen die einen, niemals, die anderen. Für neue Brisanz in dieser Diskussion sorgt eine aktuelle Untersuchung, die im Auftrag der ORF-Enterprise durchgeführt wurde (HORIZONT 39/2012, Seite 14). Anhand der Gehirnströme von einhundert Testpersonen wurde die Werbewirksamkeit rund um Sendungsinhalte im ORF und auf ProSieben gemessen.
Das Ergebnis lässt an Eindeutigkeit nichts zu wünschen übrig und wirft dennoch - oder umso mehr - eine Menge Fragen auf. Die Untersuchungsmethode selbst beziehungsweise deren kommerzieller Einsatz ist derzeit en vogue, aber bei einigen Mafo-Profis nicht ganz unumstritten. Dabei geht es vor allem um die Frage, ob dazu ausreichend Grundlagenforschung betrieben wurde, um solche Gehirnstrommessungen seriös im wettbewerblichen Alltag durchführen zu können. Jedenfalls setzt die ORF-Enterprise mit diesem Experiment einen interessanten Impuls zu diesem Thema. Aber so viel steht fest: Für weitere Diskussionen ist gesorgt, mehr dazu demnächst hier, bleiben Sie dran.
[Sebastian Loudon]






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