Ein Beitrag zu einer besseren Welt
Glosse von Rainer Seebacher
Als regelmäßiger Nutzer von S- und U-Bahn bin ich allmorgendlich darüber verstört, welche Lektüre sich die Pendler während ihrer Fahrt zur Arbeit gönnen. Mit äußerster Konzentration inhaliert die überwiegende Mehrheit jede Zeile über mögliche Satellit-Überwachung von Sex-Attentätern, Reptilien in Kärnten oder den Status quo einer Liebschaft zwischen einem 79-jährigen Bauherrn und seiner 23-jährigen Freundin.
Wo sind die Menschen, die sich für guten Journalismus interessieren? Vielleicht liegt’s ja am Geld? Da hatte ich eine Idee: Um die Welt und den Mitlesefaktor meiner abonnierten Qualitätszeitung ein wenig zu heben, hab ich meine Zeitung nach der Zugfahrt in die halbvolle Box einer der beiden Pendlerzeitungen gelegt. Mit Erfolg: Beim Nachhausefahren war sie weg.
[Rainer Seebacher]






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