Vom Sprachrohr zu strategischen Beratern
Beim ersten PR-Talk des PRVA untersuchten Werber und PR-Vertreter, warum PR in der Krise so gut funktioniert.
Der Public Relations Verband Austria (PRVA) lud vergangene Woche zur Podiumsdiskussion in die Oesterreichische Kontrollbank. Die Umbruchstimmung der derzeitigen Krise als Chance zu nutzen, Public Relations als kontinuierliche, strategische Managementfunktion zu positionieren, ist ein wesentliches Fazit der von über 60 PR-Verantwortlichen besuchten Veranstaltung.
Sind PR-Fachleute Krisengewinner oder wird die Branche genauso wie die Werbung von der aktuellen Finanzkrise eingeholt? Ist Krisenzeit PR-Zeit? Welche Chancen bieten sich für unsere Branche? Über solche und ähnliche Fragenstellungen diskutierte PRVA-Präsident Martin Bredl beim gestrigen PR-Talk mit Raffaele Arturo (CEO Publicis Group Austria), Elisabeth Pechmann (Director Corporate & Public Relations, Ogilvy Group Austria), Peter Szyszka (Professor für Public Relations, PRVA-Stiftungsprofessur an der Universität Wien) und Ingrid Vogl (Leiterin Konzernkommunikation Wiener Stadtwerke und PRVA Vizepräsidentin).
Raffaele Arturo, in der PR-Runde als “mutiger Werber” begrüßt, sieht die PR zur Zeit als Gewinner, weil mit den PR-Werkzeugen im Anlassfall punktgenauer und schneller als in anderen Kommunikationsdisziplinen reagiert werden kann.
Elisabeth Pechmann spricht die nachvollziehbare Kundenerwartung an. In Krisenzeiten wird hinterfragt, ob teure und breit gestreute Werbekampagnen notwendig sind, wenn man auch durch günstigere, effektive PR-Aktivitäten Erfolge erreichen kann.
Ingrid Vogl hält nichts davon, die sehr guten „Rezepte der PR“ geheim zu halten. In Zeiten der aktuellen Finanzkrise müssen sich viele Unternehmen mit Image- und Reputationsverlusten auseinander setzen.
Peter Szyszka ist ein Gegner einer „PR-Rezeptologie“ – das Geheimrezept für richtige Kommunikation gibt es seiner Meinung nach nicht. Krise bedeutet Veränderung, jede Veränderung ist zunächst mal unbequem. Laut Szyszka befinden wir uns nicht in einer Krise, sondern in einer Rezession, in der jedoch krisenhaft reagiert wird.
Fazit der Veranstaltung: Public Relations haben in der Krise die große Möglichkeit sich zu bewähren. Diese Chance muss genutzt werden, um nachhaltig die Bedeutung zu halten bzw. zu steigern und nicht nur „Krisengewinner“ zu sein. Martin Bredl formulierte abschließend: „Mein Wunsch als PRVA-Präsident ist es, dass wir konsequent den Weg vom „Sprachrohr“ zum strategischen Berater gehen, in Unternehmen genauso wie in Agenturen.“






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