Vertriebserlöse höher als Anzeigenumsätze

Laut BDZV mussten deutsche Zeitungen 2009 insgesamt ein Minus von knapp 16 Prozent hinnehmen.

Das Krisenjahr 2009 war für die Zeitungsbranche das schwerste in der jüngeren Geschichte, so lautet zumindest das Resümee des BDZV bei seiner Jahrespressekonferenz. Im Anzeigengeschäft mussten die Verlage vor allem aufgrund der Rezession insgesamt ein Minus von 15,9 Prozent (700 Millionen Euro) hinnehmen. Die Werbeeinnahmen beliefen sich demnach auf 3,9 Milliarden Euro. Dieser Einbruch konnte zumindest zum Teil durch den Anstieg der Vertriebsumsätze um 2,3 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro  abgefedert werden. Das Gesamtumsatz der Branche lag bei 8,46 Milliarden Euro, das entspricht einem Minus von sieben Prozent.

Das erstaunliche bei diesen Zahlen: Galt bisher der Grundsatz bei deutschen Zeitungen "zwei Drittel Anzeigenumsatz, ein Drittel Vertriebsumsatz" hat sich dieses Verhältnis nicht zuletzt im vergangenen Jahr gewaltig umgedreht. Denn 2009 lag der Vertriebsumsatz der deutschen Zeitungen erstmals über dem Anzeigenumsatz. Und das bei sinkenden Auflagen. Der Rückgang lag 20009 im Schnitt bei 2,5 Prozent. Die Verleger konnten also höhere Verkaufspreise durchsetzen - hier sieht der  BDZV sogar noch Luft nach oben. Hilfreich in der Krise sei aber auch der hohe Aboanteil bei den Zeitungen in Deutschland gewesen, heißt es.
 
 

[Doris Raßhofer]

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