Verleger Manstein: "Österreich als medialer Zentralfriedhof"

In Zeiten der permanenten Veränderung, so Verleger Hans Jörgen-Manstein, bei der Eröffnung der 7.Österreichischen Medientage, sei alleine "die Medienpolitik der einzige Bereich in dem ein Stein auf dem anderen geblieben ist".

In Zeiten der permanenten Veränderung, so Verleger Hans Jörgen-Manstein, bei der Eröffnung der 7.Österreichischen Medientage, sei alleine "die Medienpolitik der einzige Bereich in dem ein Stein auf dem anderen geblieben ist".<STOP<P>

In Zeiten in den die Werte, die den Aufstieg Österreichs zur einer der reichsten Nationen der Erde ermöglichten hätten, nach dem Motto "Speed Kills" über Nacht zu Nonvaleur erklärt worden seien, könnten Zyniker behauten, so Manstein, "und sie hätten damit im Kern sogar Recht - dass der einzige Bereich in dem jeder Stein auf dem anderen geblieben ist, die Medienpolitik ist: es gab nämlich nie eine in Österreich". Manstein: "Es gibt auch in der heraufdämmernden Epoche des "neuen Regierens" vorerst keine. Wenn man davon absieht, dass die Bundesregierung unter Medienpolitik anscheinend versteht den Versuch zu starten, sich so schnell wie möglich, so viel wie möglich, Einfluss auf den ORF zu verschaffen."

Nach einer medialen Standortbestimmung Österreichs, - Manstein meint, dass sich in Österreich eine "Medienkonzentration herausgebildet habe, die mit Fug und Recht eine weltweite Alleinstellung beanspruchen" dürfe – kritisiert Gastgeber Manstein beispielsweise "die scheibchenweise Demontage" der Presseförderung. "Weil eben die Größe Österreichs einen wirklichen Medienmarkt - auf dem alle notwendigen Marktteilnehmer ihr betriebswirtschaftliches Auslangen finden - nicht zulässt, bedarf es des Regulativs bzw. Additivs der Presseförderung.

Zudem meint der Verleger, dass die jüngsten Entwicklungen im Print-Markt zu einem "Austrocknen des freien Journalistenmarktes" geführt habe, in dem das Oligopol den Pluralismus ersetze.

Mit dem Hinweis auf die anstehende Regelung der Exekutionsordnung im UWG meint Manstein resümierend: "Alles in allem kein sehr schönes Szenario, aber alles was man derzeit von der derzeitigen Bundesregierung an Medienpolitik zu Gesicht bekommt."

Österreich sei auf dem Weg zu einem "medialen Zentralfriedhofs", wenn es nicht "bald eine Medienpolitik gibt, die diesen Namen auch verdient", klagt Manstein.

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