Pressezensur auf der „Wies'n“

Veranstalter wollen keine Betrunkenen und Barbusigen in den Medien abgebildet sehen.

Die Veranstalter des Oktoberfest will offenbar an seinem Image arbeiten - und fängt damit mit einer Art Zensur für die Presse an. Denn dieses Jahr müssen sich Journalisten bereits bei der Akkreditierung per Unterschrift verpflichten, weder Betrunkene noch Busen abzulichten - zumindest ist das von der Pressestelle des Hofbräuhauses bekannt. Andere Zelte lassen Fotografen nur mit Sicherheitskräften oder in Begleitung eines Mitarbeiters der Presseabteilung agieren. Das Münchner Tourismusamt forderte TV-Filmteams auf, täglich eine Liste der geplanten Themen zusammen mit den Akkreditierungsunterlagen abzugeben, aufgrund derer dann die Drehgenehmigungen vergeben werden, schreibt der Bayerische Journalisten-Verband (BJV) - und wehrt sich vehement: „Das Oktoberfest ist nicht nur heile Welt. Die Berichterstattung über das Großereignis ist von öffentlichem Interesse. Die Vorzensurmaßnahmen belegen, dass das Recht auf uneingeschränkte Berichterstattung auf dem Altar des Kommerzes geopfert wird“, meint der BJV-Vorsitzende, Dr. Wolfgang Stöckel in einer Aussendung.

[Doris Raßhofer]

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