„Presse“ bringt rechtsradikale Anzeige

Inserat entpuppt sich jedoch als Filmwerbung.

„Es gab empörte Reaktionen. Viele Leute hielten das für real.“ So kommentierte „Presse“-Chefredakteur und Geschäftsführer Michael Fleischhacker gegenüber HORIZONT online das gefälschte Inserat der rechtsextremen Partei RWT (Recht, Würde und Tugend), das in der gestrigen „Presse am Sonntag“ (Seite 11) erschien. Titel der Anzeige war „Soziale Wärme statt Woarme!“. Das Parteiprogramm war ausgerechnet auf dem Konterfei des Schauspielers Helmut Berger abgedruckt: „Nein zur Homoehe! Stopp der Überfremdung! Sozialleistung nur für Österreicher! Denkt an eure Kinder!“

Der Wirbel um die Anzeige erwies sich jetzt gottlob als unbegründet, da es sich dabei um einen PR-Gag im Dienste des neuen Viennale-Films „Blutsfreundschaft“ handelt (fügt Nazi- und Homosexuellenthematik zusammen). Das Wiener Filmfestival zeigt den österreichischen Streifen von Regisseur Peter Kern am 28. Oktober im Gartenbaukino. Einer der Hauptdarsteller ist übrigens Helmut Berger.

Aufgelöst wird dieses auf den ersten Blick Besorgnis erregende Inserat in einer zweiten Welle, die dann ausdrücklich für den Film wirbt.

[Harald Wolkerstorfer]

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