Post mit Gewinn
Mehr Pakete, mehr Prospekte - aber weniger Briefe im Jahr 2010.
Die Österreichische Post AG gab am 15. März ihre Ergebnisse bekannt, die das börsenotierte Unternehmen im vergangenen Jahr erwirtschaften konnte: Der Umsatz der Briefpost ging 2010 um 2,5 Prozent zurück, die Division Brief verzeichnete insgesamt ein Minus von 0,5 Prozent auf 1,39 Mrd. Euro. Wie in den vergangenen Jahren steigen die Österreicher verstärkt auf E-Mails um. Steigerungen gab es bei Werbesendungen, positiv wirkten sich die zahlreichen Wahlen aus. Im Gegensatz dazu stieg der Umsatz mit Paketen und Logistik um 4,4 Prozent auf 802 Mio. Euro. In Österreich alleine habe es hier ein Plus von 9,6 Prozent gegeben. Das operative Ergebnis des Bereichs drehte von Minus 9,3 Millionen Euro im Jahr 2009 auf einen Gewinn von 10,5 Millionen Euro Gewinn. In der Division Filialnetz, die mit dem Bereich Brief zusammengelegt wird, zeigten sich Rückgänge bei Briefen, Telekommunikationsprodukten und Bankdienstleistungen. Der Umsatz fiel um 16,7 Prozent auf 157,9 Millionen Euro.
Mehr Postpartner
Der Umbau des Filialnetzes geht indessen muter weiter: Die Zahl der Postpartner stieg von 418 am Jahresanfang auf 1.117 am Jahresende, die Zahl der Standorte legte von 1.552 auf 1.850 zu. Damit ist die Zahl der Postämter weiter zurückgegangen. Etwa die Hälfte des Post-Umsatzes entfällt auf Personalkosten. Diese fielen im Jahresvergleich um 1,6 Prozent (18,6 Millionen Euro) auf 1,12 Milliarden Euro. Vor Restrukturierungsaufwendungen und Rückstellungen für Unterauslastung beliefen sich die Einsparungen auf gut 30 Millionen Euro. Im Jahresschnitt ging der Mitarbeiterstand um 952 auf 24.969 zurück, auch der seit August 2009 gültige neue Kollektivvertrag habe zu den Einsparungen beigetragen. Für „Restrukturierungen“, worunter auch Abfindungen und Abfertigungen fallen, wurden 65 Millionen Euro aufgewendet. Der Konzern habe in Summe für freiwillige Abfindungen 17,8 Millionen Euro aufgewendet. Die Post weist Finanzmittel von 361 Mio. aus, denen Finanzverbindlichkeiten von 79 Millionen Euro gegenüberstehen.
Briefe werden auch 2011 weniger
Die Post geht davon aus, dass heuer das Volumen an adressierten Briefen um weitere drei bis fünf Prozent zurückgehen wird, weil die Österreicher weiter auf E-Mails umsteigen. Werbesendungen dürften allerdings zunehmen. Im Bereich Paket und Logistik rechnet die Post mit einem Anstieg um sechs Prozent. Ziel sei es, im Unternehmen „eine nachhaltige EBITDA-Marge von 10 Prozent bis 12 Prozent zu erzielen“. In den nächsten Jahren sind Anlageninvestitionen von 80 bis 90 Mio. Euro geplant. Eventuelle Akquisitionen sind nur im Kerngeschäft der Österreichischen Post und auch nur für Unternehmen mit wachstumsbasierten Geschäftsmodellen vorgesehen. Aktuell sind keine großen Akquisitionsziele absehbar. Wenn das Geschäft weiter gut läuft, will die Post zumindest 75 Prozent des Nettoergebnisses an die Aktionäre ausschütten.
(Quelle: APA)





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