ORF-Stiftungsrat: Kritik an Wrabetz' Budget für 2010

Der ORF-Stiftungsrat ist heute, am 17. Dezember, in eine Marathonsitzung mit zwölf Tagesordnungspunkten gestartet.

Einer der Hauptpunkte der voraussichtlich vorletzten Sitzung des Gremiums in seiner aktuellen Zusammensetzung ist das Budget für 2010, bei dem Generaldirektor Alexander Wrabetz eine schwarze Null erreichen muss. Kritik gab es im Vorfeld von einigen Stiftungsräten, weil der Finanzplan 14 Millionen Euro außerordentliche Erlöse aus dem Verkauf von Liegenschaften vorsieht - also "kein wirklich operativ ausgeglichenes Ergebnis erzielt wird", wie Stiftungsratsvorsitzender Klaus Pekarek gegenüber der APA sagte.

Wrabetz wollte sich ursprünglich einen Überziehungsrahmen von 15 Millionen Euro genehmigen lassen, um die geplante, aber nicht beschlossene Refundierung der Gebührenbefreiungen miteinkalkulieren zu können. "Im Finanzausschuss war dafür aber keine Mehrheit erkennbar, der Antrag wurde daher zurückgezogen", berichtete Pekarek weiter. Sollte die Refundierung wider erwarten nicht kommen, "liegt es in der Verantwortung der Geschäftsführung, intern so umzuschichten, dass die schwarze Null erreicht wird", so der Stiftungsratsvorsitzende.

Im Rahmen der Sitzung stehen außerdem eine Menge Personalentscheidungen an. Wie ORF-Chef Wrabetz der APA vor der Sitzung bestätigte, wird er Richard Grasl als Kaufmännischen Direktor vorschlagen. Laut Pekarek wird es hier "spannend werden, mit welchen Stimmen und Mehrheiten Grasl gewählt wird. Das ist ein weites Feld für Botschaften." Franz Prenner soll nach Wrabetz' Wunsch Chef der Werbetochter Enterprise werden und Peter Schöber ist Wrabetz' Favorit für die Geschäftsführung von TW1. Die Geschäftsführung der Radio-Servicegesellschaft soll vorerst offen bleiben, so Wrabetz.

Auf der Tagesordnung stehen weiters die Entlastung des Generaldirektors für 2008 und der Bericht über das Immobilienkonzept. Eine Entscheidung über die Standortfrage soll allerdings erst der künftige Stiftungsrat treffen, der sich voraussichtlich Ende Februar oder März konstituieren wird. Themen sind weiters das Jahressendeschema für 2010 und "Bericht und Antrag betreffend Maßnahmen im Zusammenhang mit dem Begutachtungsentwurf zur Änderung des ORF-Gesetzes".

(Quelle: APA)

[Sarah Obernosterer]

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