Michael Bloomberg will Business Week kaufen

Der Bürgermeister von New York möchte einen Verlustbringer in seinen Informationsdienstleister integrieren.

Eigentlich scheuen Investoren derzeit die angeschlagene Zeitungsbranche in den USA wie der Teufel das Weihwasser - sinkende Auflagen und Anzeigenerlöse lassen keine Rendite erwarten. Um so mehr sorgt die Ankündigung, Michael Bloomberg, Multimillionär und Gründer des gleichnamigen Medien- und Informationsdienstleisters, wolle die "Business Week" kaufen. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Bloomberg bisher eher selbst aufbaute, denn einfach zukaufte. Noch dazu ein finanzielles Sorgenkind - auch wenn der Titel auf Leserseite nach wie vor als Ikone des US-Journalismus galt, seit 80 Jahren. Die Bilanzen sprechen jedoch eine andere Sprache: Bei einem Umsatz von 130 Millionen US-Dollar soll sich der Schuldenberg auf 32 Millionen Dollar belaufen - schreibt das Handelsblatt. Der Kaufpreis liege bei lediglich bei zwei bis fünf Millionen Dollar - ein Kauf aus der Kaffeekassa von Bloomberg: "Forbes" schätzte sein Vermögen zuletzt auf 17,5 Milliarden Euro.

Über den Grund des Kaufs ließ Bloomberg-Vorstandschef Daniel Doctoroff gestern bereits durchblicken, um was es dem Konzern geht. Man erhoffe sich durch den Kauf einen besseren Zugang zur Regierung und zu Firmen, wo Dinge entschieden würden, die den Markt bewegten. So kann auch der Kauf eines Verlustbringers durchaus Sinn ergeben.

[Doris Raßhofer]

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