Kampagne im Namen der Liebe
Die aus Deutschland importierte multikulturelle Plakatkampagne für mehr Respekt & gegen Homophobie läuft bis Ende des Jahres.
Seit Juni ist hierzulande eine aus Berlin importierte und von der MA17 (Integrations- und Diversitätsangelegenheiten) mitfinanzierte Toleranzkampagne für Respekt und gegen Homophobie affichiert. Die Plakate sind mehrsprachig und richten sich vorwiegend an Jugendliche, aber auch an migrantische Communitys. Die Kampagne „Liebe verdient Respekt“ wurde vom LSVD - Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg entwickelt und im März 2009 in Berlin präsentiert. In Kooperation mit dem LSVD hat die Beratungsstelle Courage die Sujets für Österreich adaptiert. Für die Umsetzung der Kampagne auf nationaler Ebene konnte Courage den Verein Wiener Jugendzentren und Verein wienXtra – Jugendinfo Wien gewinnen.
Der Zielgruppe entsprechend wird die Kampagne schwerpunktmäßig in Schulen, Jugendzentren und Jugendeinrichtungen, begleitet von verschiedenen Workshops und Projekten, durchgeführt. Dass eine Kampagne gegen Homophobie hierzulande notwendig ist, zeigt beispielsweise der "Eurobarometer 2008", in dem Diskriminierung auf der Grundlage der Homosexualität als zweithäufigste Form der Diskriminierung in der EU gereiht wird. An erster Stelle steht Diskriminierung auf der Grundlage der ethnischen Herkunft.
Eines der großen Probleme sei, dass viele Formen homophober Gewalt gar nicht bewusst als Diskriminierungen wahrgenommen werden. Die Betroffenen selbst, haben sich „daran gewöhnt, benachteiligt zu werden, da die gesellschaftliche Diskriminierung von Lesben und Schwulen eine lange Geschichte aufweist. „Wir wissen heute, dass die Selbstmordversuchsrate in Österreich bei Homosexuellen siebenmal so hoch ist als bei Heterosexuellen", erklärt Johannes Wahala, Leiter von Courage. Umso wichtiger ist es, ein Bewusstsein für die latente Benachteiligung gleichgeschlechtlich fühlender Menschen zu schaffen.
[Sarah Obernosterer]







Kommentare
Kommentar eingeben 0 Postings
Kommentar hinzufügen