iPad – ein Boomerang für Verlage?
Nun ist es endlich auch in Österreich.
Das Wunderding von Steve Jobs, das der Medienbranche dabei helfen soll, aus der Misere der Gratiskultur im Web herauszukommen. Fast schon Legende ist der Sager von Axel-Springer-Chef Mathias Döpfner: „Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er die Verlagsbranche rettet.“ Denn mithilfe des Tablet-PCs soll also der User, der gewohnt ist, für mediale Inhalte nichts zu zahlen, zur Öffnung seines Portemonnaies animiert werden. Und Apple nascht dabei kräftig mit. 30 Prozent der Abo-Gebühren fließen nach Cupertino.
Diesen Anteil hat sich Apple eigentlich recht einfach verdient: Das Unternehmen hat dem User lediglich das Finden und das Bezahlen von Content vereinfacht. Im Musik-Business ist dies schon gelungen: So deckt sich die Mehrheit der Musikliebhaber nicht mehr bei illegalen Musikplattformen gratis mit Titeln ein, seit es iTunes gibt. Den Medienhäusern ist es leider nicht gelungen, gemeinsam eine Art virtuellen Kiosk zu realisieren, aus dem sich der User jene einzelnen Artikel holt, die ihn interessieren und die er dort auch bezahlen kann. Um das Finden und das Bezahlen kümmern sich nun Google und Apple – und damit treten sie direkt in Kontakt mit dem Leser. Google weiß, was den Leser interessiert, und Apple hat zusätzlich dazu auch noch die Kreditkartennummer.
Die von Döpfner empfohlenen Dankesgebete könnten daher etwas verfrüht sein: Möglicherweise ist das iPad jenes Gerät, das dafür sorgt, dass die Verleger den Kontakt zum Leser und Kunden völlig verlieren.






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