Genug Platz für Magazin-Neugründungen
"Der Magazinmarkt ist diffiziler und unüberschaubarer geworden", meinte Panel-Moderator Dkfm. Milan Frühbauer, Horizont-Herausgeber.
"Der Magazinmarkt ist diffiziler und unüberschaubarer geworden", meinte Panel-Moderator Dkfm. Milan Frühbauer, Horizont-Herausgeber.<STOP Er verwies auf den Blick in die Bahnhofskioske oder in "gutsortierte Buchhandlungen". Das Magazin, vorerst totgeredet als Satellit und Kabel kamen, dann totgeredet in der Freizeitgesellschaft - und jetzt totgeredet in der Zeit des Internets, erlebt einen Magazin-Titel-Boom der Superlative. Thema war natürlich auch "die Mutter aller Schlachten" am Magazinsektor - zwischen profil und Format - die in einer überraschenden "Hochzeit" endete. Dieses Thema schnitt auch Harald Müsse, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Handelsblatt an. "Ich hatte geträumt, in Deutschland hätten sich alle großen Verlage zusammengeschlossen und war, als ich aufwachte, froh, dass ich in Österreich bin." Müsse skizzierte den Wettbewerb in Deutschland, der für die Qualität der Magazine äußerst gesund ist. Jährlich kommen etwa 100 neue Titel auf den Markt, von denen 30-40 im Handel bleiben. Das ist deshalb möglich, weil die Zielgruppen-Segmentierung ständig steigt. "Der Markt verträgt diese Vielfalt."<P>Profil-Chefredakteur Stefan Janny stellte fest: "Der Wettbewerb zwischen profil und Format war kein Verdrängungswettbewerb, sondern es wurden offensichtlich neue Leser und Zielgruppen erschlossen." Mittlerweile ist durch die gute Anzeigenlage das profil (220 Seiten) bereits an technische Kapazitätsgrenzen gestoßen. Im dichten Markt der Magazine geht es um journalistische und verlegerische Kreativität. Mag. Helmuth Fellner, News-Gruppe meinte, dass die Hochzeit der Kurier-Gruppe mit der News-Gruppe sich nicht so abspielen wird, "dass es keinen Wettbewerb mehr gibt". Und er betonte, dass nicht "die Fellners" allein den österreichischen Magazinmarkt verändert haben. "Da sind noch Pinzolits, der Gewinn, Radda & Dressler und viele andere. Fellner sieht selbst in dichten Märkten noch Möglichkeiten einer positiven Magazinentwicklung. "Die Elektronik wird Print bestimmt nicht verdrängen." Er kündigte an, dass e-media in Spanien erscheinen wird und Wege in den Osten offen sind. Als gefährlich sieht er die Belastungen, die 2001 auf die Verlage zukommen.
Dr. Bernd Klaus Buchholz, Verlagsgeschäftsführer der stern/GEO-Gruppe meinte: "Die Segmentierung wird weitergehen." Selbst wenn die "neuen Medienfelder" wachsen, brauchen sie mediale Print-Begleitung. Er verweist auf die rasante Entwicklung in Deutschland, wo sich die Titelfülle in den letzten Jahren fast verdreifacht hat. "Künftig wird die Struktur so gestaltet sein, das es kleinere Auflagen gibt und kürzere Lebenszeiten." Die Frage "Ob die Werbemärkte bei dieser Dynamik mitspielen" beantwortete Stefan Janny: "Es gibt einen ungeheuren Boom bei New Economy, die bekannt werden müssen. Wenn sich hier eine Abflachung einstellt, wird der Wind stärker blasen." Fellner: "Durch die Liberalisierung der Märkte, wird der Boom anhalten." Müsse: "Mittelfristig wird der Anzeigenboom weitergehen, weil die TV-Attraktivität nachläßt."Womit die Fragestellung des Arbeitskreises "Wieviel Magazine verträgt der Markt?" geklärt wäre: Noch eine ganze Menge. (gk/spr)
Weitere Fotos zu den Medientagen finden Sie hier





Kommentare
Kommentar eingeben 0 Postings
Kommentar hinzufügen