Eventsponsoring & Rechte: Emotionen, Heroes und Money
Europa ist im Bereich Eventsponsoring mündig geworden, was fehlt ist allerdings der Schulterschluß mit den klassischen Werbern.
Europa ist im Bereich Eventsponsoring mündig geworden, was fehlt ist allerdings der Schulterschluß mit den klassischen Werbern.<STOP Zu diesem Ergebnis kamen in groben Zügen die Diskutanten des Arbeitskreises V der Österreichischen Medientage "Eventsponsoring & Rechte – where the money goes", moderiert von Hupert Neuper, Geschäftsführer der Neuper & Team Freizeitbetriebe GmbH. "Sponsoring findet noch zu wenig Eingang in die Total-Communications-Denke der Agenturen" ortet Franz Prenner, Geschäftsführer der ORF Enterprise mangelnde Aufgeschlossenheit der klassischen Werber gegenüber diesem Kommunikationstool, das in den letzten Jahren nicht nur bei privaten Fernsehstationen, sondern auch bei den öffentlich-rechtlichen TV-Stationen im deutschsprachigen Raum zu einem wichtigen Thema avanciert sei. Schließlich gehe es den Sponsoren ja im wesentlichen um "Fernseh-Coverage."<P>
Mag. Manuel Espinoza von der Agentur Wenzel-Weirather & Partner dreht die Bedeutung des Fernsehens im Bereich Sponsoring noch weiter. Espinoza: "Die Preise für Toprechte bei Sportveranstaltungen sind in den letzten Jahren im zwei- bis dreistelligen Bereich gestiegen. Ich glaube, dass es möglich ist, in den nächsten Jahren ähnlich wie in Amerika Prime-Time-Werbezeiten zu versteigert ."
Dr. Peter Reinecke, Managing Director Kraft Foods Österreich, bringt die bei der Podiumsrunde angesprochene emotionale Dimension des Sponsorings – zumindest aus der Sicht des Geldgebers – hart auf den Boden der Realität zurück. Reinecke: "Die Entscheidung für eine bestimmte Sportart hat nichts mit Emotion zu tun. Das ist rein wirtschaftliches Kalkül. Emotionen helfen bestimmte Dinge zu transportieren."
Dass es gar nicht so einfach ist, Unternehmen von der Wirtschaftlichkeit des Sponsorings zu überzeugen, weiß Acts-Geschäftsführer Hannes Jagerhofer: "Unternehmen fordern zunehmend originelle Auftritte und sind mit Bandenwerbung nicht mehr zufriedenzustellen. Dazu kommt, dass wir als Veranstalter auch vor dem Problem stehen, dass wir keine Bewertung der Wirtschaftlichkeit unserer Veranstaltungen anbieten können." Und noch ein Problem wirft der Acts-Geschäftsführer auf: Durch die Tatsache, dass es in Österreich relativ wenig Industrie gebe, hätten österreichische Unternehmen auch eine relativ niedrige Schmerzgrenze bei Investitionen.
Christian Pirzer, Geschäftsführer von IMG Deutschland, hält es für problematisch, "dass deutsche Unternehmen immer dort investieren, wo es Stars gibt. Sponsoren sind oft wechselhaft und springen auf Boomwellen auf. Damit gehen andere interessante Sponsorbereiche unter." Für Ronnie Leitgeb, Gründer der Tennis Champ Factory in Monte Carlo, ist das durchaus nachvollziehbar. Leitgeb: "Im Mittelpunkt des Sponsorings steht immer noch der Konsument. Und der braucht seine Heroes." Auch mit einem knallharten wirtschaftlichen Kalkül kann sich Pirzer nicht ganz identifizieren: "Der Erstkontakt mit Sponsoring erfolgt meist emotional. Danach setzen Handlungsbedarf und harte Arbeit ein." (juju)
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