Ein Journalistenleben im Zeitraffer

Klaus Emmerich wurde als Sohn des angesehenen Opernsängers Albert Emmerich in die Frankfurter Theaterwelt der „Goldenen Zwanzigerjahre„ hineingeboren, deren Glanz durch die Weltwirtschaftskrise (und das herandämmernde Hitler-Regime) bald verblassen sollte und auch seine Familie schwer traf.

In „Der Berichterstatter„ klappert der heute achtzigjährige, ehemalige Politkommentator und ORF-Auslandskorrespondent die Stationen seines (Journalisten-)Lebens in Frankfurt, Wien, Bonn, Washington und Brüssel ab. „Der staunende Bub konnte keine Ahnung haben, dass er mit einem Metier in Kontakt gekommen war, das einmal einen großen Teil seines Berufslebens bestimmen sollte“, schreibt Emmerich in seinem Buch über „das Schlüsselerlebnis„, als er zum ersten Mal eines Radiogerätes ansichtig wurde. Der Journalist aus Leib und Seele hält sich darin einen Spiegel vor, der Kriege, Krisen, Heroen und Verbrecher, Konzerne, die EU und Österreich über sechs Jahrzehnte reflektiert. Objektiv-distanziert und menschlich-hautnah: Vom Tee bei Adenauer bis zum Zuständigkeitsmangel auf dem Küniglberg lässt der „gelernte Europäer“ das Welt- und Zeitgeschehen in alter Manier Revue passieren.



Klaus Emmerich
„Der Berichterstatter“
Böhlau Verlag, Wien 2008, 272 Seiten, 25,60 Euro, ISBN 978-3-205-77741-0

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