eBay wehrt sich gegen LVMH-Urteil in Frankreich
"Plagiat-Prozess ist nur der Vorwand, um exklusive Vertriebswege zu schützen".
Am Montag wurde eBay vom Pariser Handeslgericht zu 38,6 Millionen Euro Schadensersatz an den Luxuskonzern Louis Vuitton Moet Hennesy (LVHM) verurteilt worden. Das Gericht folgte damit der Argumentation von LVHM, die dem Online-Auktionshaus vorwirft, Anbietern von gefälschten Luxusmarken eine Plattform zu bieten und nicht ausreichend dagegen vorzugehen. Das bezieht sich aber nicht nur auf Taschen- und Kofferfakes, eBay wird auch vorgeworfen, Original-Parfums versteigert zu haben, die LVHM ausschließlich über ein exklusives Händlernetz verkauft.
In Deutschland hat der Bundesgerichtshof bereits im Frühjahr 2007 entschieden, dass eBay den Verkauf von klar erkennbaren Fälschungen auf seiner Plattform mit "technisch möglichem" und "zumutbaren" Maßnahmen verhindern und unverzüglich sperren muss.
EBay will unverzüglich in die Berufung gehen. In einer Stellungnahme gegenüber Horizont.at betonte das Unternehmen, dass es selbst an einem sauberen und sicheren Marktplatz ohne Produktpiraterie interessiert sei. "Wir sorgen dafür, dass gefälschte oder illegale Produkte entfernt werden, sobald wir von deren Existenz in Kenntnis gesetzt werden". Um Plagiate aufzuspüren, investiere das Unternehmen jährlich mehr als 20 Millionen US-Dollar, beschäftige eigens dafür mehr als 2.000 Mitarbeiter und benutze modernste Sicherheitstechnik.
Bei der Versteigerung von Original-Parfums jedoch kontert eBay jedoch, dass LVHM nur seine exklusiven Vetriebswege schützen will, um jede Konkurrenz auszuschließen. "Der Versuch, mit der Gerichtsentscheidung die beiden Themen Fälschung und Handelsbeschränkung zu verbinden, deutet darauf hin, dass Inhaber von Markenrechten Prozesse zum Thema Plagiate nur als Vorwand benutzen, um ihre Marktmacht zu stärken", heißt es von eBay.





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