Die zehn irrsten wahren Geschichten der Welt stehen fest
Buchpräsentation und Journalisten-Voting: Krone-Wirtschaftsredakteur und Autor Vergil Siegl ließ Kollegen abstimmen.
Anlässlich der Buch-Neuerscheinung „Indisches Mädchen heiratet Frosch“ von Vergil Siegl, Wirtschaftsredakteur bei der „Kronen Zeitung“, fand sich am 11. Oktober eine zehnköpfige Jury von österreichischen Print-Journalisten im Wiener Café Prückel zusammen, um die zehn irrsten wahren Geschichten der Welt zu ermitteln.
In dem Buch (erschienen im Verlag edition a) bildet Siegl 500 Geschichten aus allen Erdteilen ab, die in Zeitungen standen oder auf den Internetseiten seriöser News-Kanäle kursierten. Daraus wurde ein Best-Of mit 40 Storys zusammen gestellt, aus denen wiederum die Journalisten-Jury auswählen musste.
Die Jury bildeten Christian Ebeert (Kronen Zeitung), Simone Hoepke (Kurier), Silvia Jelincic (Format), Robert Lechner (Wirtschaftsblatt), Michael Nikbakhsh (Profil), Walter Pohl (News), Thomas Rottenberg (Der Standard), Martina Salomon (Die Presse), Angela Sellner (Österreich) und Angelika Slavik (Süddeutsche Zeitung).
Und hier die Top 10-Storys:
Platz 1: „Haus versehentlich abgerissen“
Als der Amerikaner Andrew Byrd von der Arbeit heimkam, war sein Haus verschwunden. Eine Abbruchfirma hatte es statt dem gegenüberliegenden abgerissen. Die Adresse sei mit dem Navi statt mit dem Stadtplan angefahren worden, bedauerte das Unternehmen. Byrd beklagte, dass sein Eigenheim voller Erinnerungen und Erbstücke gewesen sei, nachdem er dort mit neun Geschwistern aufgewachsen war.
Platz 2: „Passant schubst Verzweifelten von Brücke“
Im chinesischen Guangzhou drohte der mit zwei Millionen Yuan (210.000 Euro) überschuldete Chen Fuchao mehrere Stunden lang, sich von einer Brücke zu stürzen. Der 66-jährige Passant Lai Jiansheng ärgerte sich so sehr über den dadurch verursachten Verkehrsstau, dass er den Verzweifelten kurzerhand vom Geländer stieß. Der landete auf einem bereits in Stellung gebrachten Prallkissen.
Platz 3: „Rubik’s Würfel nach 26 Jahren gelöst“
27.400 Stunden, insgesamt 26 Jahre lang, drehte der 45-jährige Brite Graham Parker an seinem Rubik's Würfel, bis alle Seiten eine Farbe zeigten. „Ich habe in meinem Leben wichtige Ereignisse versäumt, um diese Aufgabe zu lösen. In den Nächten lag ich wach und grübelte“, so Parker. Vom Sitzen und Drehen habe er Rückenschmerzen bekommen. Der Weltrekordhalter im Rubik's-Würfel-Lösen benötigte 7,08 Sekunden.
Platz 4: „Russische Friseuse zwingt Räuber zwei Tage lang zu Liebe“
Im russischen Kaluga überfiel ein 32-jähriger Räuber kurz vor Geschäftsschluss einen Friseursalon. Die 28-jährige Friseuse Olga, geschult in Judo und Taekwondo, streckte den Eindringling mit einem gezielten Schlag nieder, verfrachtete ihn in den Keller, fesselte ihn mit einem Fönkabel, verabreichte ihm Viagra und zwang ihn zwei Tage lang zu Sex. Als sie schließlich von ihm abließ, ging er zur Polizei. Beide wurden verhaftet.
Platz 5: „Betrunkener Russe springt zweimal aus dem fünften Stock“
In der russischen Hauptstadt Moskau sprang der 22-jährige Alexei Roskov nach drei Flaschen Wodka vor den Augen seiner Frau aus dem fünften Stock und zog sich nur ein paar Kratzer zu. Als sie trotzdem schimpfend die Rettung rief, sprang er abermals und überlebte wieder. Die Sanitäter mussten nur ein paar Schürfwunden und Prellungen verarzten. Roskov trinkt seither keinen Alkohol mehr.
Platz 6: „Handy läutet in Büffelbauch“
In der Nähe der indischen Stadt Bijapur verschlang ein Büffel ein Handy samt Etui, das einem Bauern aus der Tasche gefallen war. Der Mann fand das Telefon im Büffelkot. Es funktionierte noch. Sieben Anrufe waren eingegangen.
Platz 7: „Ärger in der Arschlochstraße“
In Conisbrough in South Yorkshire, England, legten die Anrainer der „Butt Hole Road“ (zu Deutsch: Arschlochstraße) 300 Pfund zusammen, um ihren Straßennamen zu ändern. Sie wären bereit gewesen, ihre schräge Adresse mit Humor zu nehmen, doch dann hatten sich die Probleme gehäuft: Lieferungen blieben aus, weil die Transportfirmen an einen schlechten Scherz glaubten. Aus ganz England kamen Jugendliche, um sich neben dem Straßenschild mit entblößtem Hinterteil fotografieren zu lassen. Die Straßenschilder selbst wurden regelmäßig gestohlen und Witzbolde terrorisierten die Anrainer am Telefon. Inzwischen heißt die Straße „Archers Way“.
Platz 8: „Ladendiebin vom eigenen Fluchtwagen überrollt“
Eine Diebin, die in einem Designer-Shop in Florida sechs Geldbörsen mit insgesamt 1.200 Dollar gestohlen hatte, stolperte auf der Flucht vor dem Kaufhausdetektiv vor dem heranrollenden Wagen ihres Komplizen, geriet unter die Räder, kam wieder auf die Beine, sprang auf die Kühlerhaube, rutschte ab und wurde abermals überrollt. Beim dritten Versuch schaffte sie es ins Auto und entkam.
Platz 9: „Zahnarzt raubt Patientin die Prothese“
Ein 57-jähriger Zahnarzt aus Neu-Ulm, Bayern, musste wegen vorsätzlicher Körperverletzung 6.000 Euro Schadensersatz zahlen, nachdem er einer Patientin vor deren Haus eine von ihm angebrachte Zahnprothese aus dem Mund gerissen hatte. Die Frau war beim Bezahlen der Rechnung säumig gewesen. Nach dem Urteil gegen den Arzt weigerte sie sich, die Prothese zurückzunehmen. Lieber wolle sie nur noch Suppe und Brei essen.
Platz 10: „Folgenschwerer Schreibfehler“
Der Name des amerikanischen Lake Chargoggagoggmanchauggagoggchau-bunagungamaugg wurde nach Meinung von Historikern bisher falsch geschrieben. Buchstabe Nummer 20 sollte kein „o” sondern ein „u”, Buchstabe Nummer 38 ein „n” statt einem „h“ sein. Das Tourismusbüro musste alle Schilder korrigieren. Im täglichen Sprachgebrauch wird der See Lake Chaubunagungamaug oder einfach Webster Lake genannt. Der aus dem Indianischen stammende Originalname bedeutet ungefähr: „Du fischst auf deiner Seite, ich auf meiner und keiner in der Mitte“.
Die irrste wahre Geschichte aus Österreich, eine Tiergeschichte, landete im Journalistenranking auf Platz 18. Protagonist der Geschichte ist der Kater Hubert der österreichischen Tiermutti Maggie Entenfellner.
Platz 18: „Katze hält sich für Hund“
Der achtjährige Kater Hubert der österreichischen Tierexpertin Maggie Entenfellner hält sich für einen Hund. Er wedelt beim Anblick von Hunden mit dem Schwanz, geht gern ins Wasser, gibt Pfötchen und bewacht die Wohnungstür, wenn draußen Geräusche zu hören sind. Als Baby hatte ihn ein Rottweiler vor den bösartigen Attacken des eifersüchtigen Katers Kunibert beschützt, was als Grund für seine irritierte Selbstwahrnehmung gilt. Trotzdem brachte es Hubert mit Frauchen zu einem Werbevertrag mit dem Katzenfutterhersteller Nestlé.
[Gudrun Wolfschluckner]





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