Der Sumpf ist groß genug
Zum Wetteifern von „profil“ und „Falter“.
So unerträglich die Aufdeckungen rund um angebliche Schwarzgeldkonten Haiders und die Reaktionen darauf waren und sind – der berufsbedingte mediale Beobachter kann dem ganzen Schlamassel auch etwas Positives abgewinnen: Es gibt einen neuen Wettbewerb im Markt des investigativen Journalismus. Und die Wettbewerber heißen „profil“ und „Falter“.
Es ist ein noch zart entwickelter Wettbewerb, im Frühstadium sozusagen, das merkt man nicht nur an der mangelnden Reflexion den eigenen Aufdeckungen gegenüber (siehe Editorial), sondern vor allem an der Wehleidigkeit und den Eifersüchteleien, die im Eifer des Gefechtes unter den Mitbewerbern zutage treten. Etwa, wenn das „profil“ auf einer ganzen Seite überden „Falter“ herzieht, weil dieser eine Aussage im Zusammenhang mit der Buwog-Affäre wiedergab, über die „profil“ bereits vor Monaten berichtet hatte.
Formulierungen wie dass der „Falter“ „jetzt kurzatmig apportierte“, was „profil“ bereits vor Monaten enthüllte, lassen nur den Schluss zu, dass sich das „profil“ in seiner Position als Zentralorgan des investigativen Journalismus durch den „Falter“ bedrängt sieht. Und das ist gut so! Wettbewerb belebt das Geschäft und in diesem Fall auch gleich die demokratische Öffentlichkeit. Bleibt zu wünschen, dass Ausbrüche der Wehleidigkeit und Eifersucht bald schwinden und einem souveräneren Marktverhalten weichen. Denn so viel steht fest: Dieser Sumpf ist groß genug für alle.






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