Auch das B2B-Geschäft ist von der DSGVO betroffen

Im B2B-Geschäft reden Menschen miteinander, wodurch personenbezogene Daten verwendet werden. Und somit kommt auch hier die DSGVO zur Anwendung.

Dieser Artiekel ist zuerst in der Print-Ausgabe des HORIZONT, Nr. 40, erschienen.

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Die ab Mai 2018 geltende EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellt viele Unternehmen – und dabei vor allem jene, die Onlinemarketing betreiben – vor Herausforderungen. Denn sie müssen ab dann sorgsamer mit den personenbezogenen Daten der Konsumenten umgehen, ansonsten drohen hohe Strafen. Doch was bedeutet die ­DSGVO eigentlich für das B2B-Geschäft?

Laut Anton Jenzer, CEO der VSG Direktwerbung GmbH und Präsident des DMVÖ, gilt es auch im B2B-Geschäft zu beachten, dass nicht Unternehmen, sondern einzelne Mitarbeiter miteinander kommunizieren. Dabei handelt es sich um einen persönlichen, individualisierten Kontakt, bei dem es auch um personenbezogene Daten geht – und somit ist das B2B-Geschäft ebenfalls von der DSGVO betroffen.

Änderungen durch E-Privacy-Verordnung

Eine Änderung zeichnet sich laut Jenzer jedoch auch bei der E-Privacy-Verordnung ab – und zwar zugunsten der Unternehmen. Denn die Verordnung befindet sich derzeit zwar noch in Arbeit, könnte aber künftig den Datenschutz für Unternehmen deutlich lockern. Etwa sind nach aktuellem Rechtsstand im Telefonmarketing laut Telekommunikationsgesetz Kaltanrufe verboten; theoretisch dürfte ein Verkäufer auch nicht die Daten eines Menschen verwenden, der ihm eine Visitenkarte übergeben hat – es sei denn, er hat von ihm eine explizite Zustimmung zur Verwendung seiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer erhalten, die Beweislast liegt in diesem Fall beim Absender.

Das sei äußerst realitätsfremd. Und bei juristischen Personen – also Unternehmen – handelt es sich hier laut Jenzer auch um sogenanntes „totes Recht“, das nicht exekutiert wird: „Es ist normal, dass ein Verkäufer bei einem Unternehmen anruft, um einen Termin zu vereinbaren“, sagt Jenzer: „Hier wird formalrechtlich wohl eine Anpassung an die Realität vorgenommen.“ Da es sich bei der E-Privacy-Verordnung um eine EU-Verordnung handelt, übertrumpft diese das Telekommunikationsgesetz, wodurch der entsprechende Paragraph an Bedeutung verliert.

Sonderfall Postalisches

Die DSGVO hat zum Ziel, die personenbezogenen Daten der Kunden zu schützen – seine persönlichen Informationen dürfen künftig nicht mehr ohne dessen Zustimmung gespeichert oder verarbeitet werden, was vor allem Onlinemarketing deutlich erschweren wird. Allerdings, so Jenzer, ist die Zusendung von Werbung über zum Beispiel den postalischen Weg bis auf Wiederruf nicht zustimmungspflichtig. Das gilt auch für Neukunden, allerdings mit Rücksicht auf die Robinson-Liste, die bei der Wirtschaftskammer aufliegt und regelmäßig aktualisiert wird.

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