„Zeit“: Magazin-Story im Web

Sehenswert: Mit „Am Berg der Fahrrad-Verrückten“ versucht sich der Netz-Ableger der Zeitung „Die Zeit“ an neuer Form des Online-Journalismus

Keine Artikel, die in einer halben Stunde runtergetippt werden, sondern wochenlange Arbeit von einem Dutzend Mitarbeiter: Anlässlich des Jubiläums „100 Jahre Tour De France“ hat Zeit Online eine ganz besondere Reportage online aufwendig aufbereitet: „Am Berg der Fahrrad-Verrückten“ ist eine eigene Webseite mit vielen multimedialen Elementen, die dabei helfen, die Reportage zu erzählen. „Unsere Darstellung ist einerseits besonders opulent und präsentiert neben den Texten auch sehr prominent Fotos, Videos und Infografiken. Sie ist andererseits reduziert: Auf eine Vielzahl ablenkender Elemente, wie sie im Online-Journalismus üblich sind, haben wir bewusst verzichtet“, schreibt Jochen Wegner von Zeit Online über das Projekt, das unter dem Titel „Feiertagslayout“ erarbeitet wurde.

Geschichten erzählen

Gestaltet wurde der Magazin-artige Artikel im so genannten „Responsive Design“ - die Webseite passt sich automatisch allen Display-Größen an und funktioniert so auf quasi allen Screens vom Smartphone bis zum Desktop-Bildschirm. Neben den Texten bietet der Artikel auch multimediale Inhalte wie eine Zeitleiste zur Entwicklung des Fahrrads, Videos, Fotostrecken oder Infografiken. „Wir würden uns wünschen, dass Sie sich lange mit den drei ungewöhnlichen Protagonisten am Rande der Tour de France beschäftigen, die wir für Sie begleitet haben. Die vielen unterschiedlichen Darstellungsformen, die wir dafür nutzen, stehen gleichberechtigt nebeneinander, wie es sich für ein digitales Medium gehört“, schreibt Wagner weiter. Geplant ist, künftig weitere solcher aufwendigen Web-Storys zu produzieren.

Inspiriert von der „New York Times“


Neu ist die Idee, online große Geschichten multimedial und optisch ansprechend aufzumachen, nicht. Die „New York Times“ hat mit „Snowfall“ vorgezeigt, wie sich Magazin-Storys online umsetzen lassen, auch der „Guardian“ („Firestorm“) oder die NZZ („Keine Zeit für Wut“) hat bereits mit solchen neuen journalistischen Darstellungsformen experimentiert. Interessant wird sein, ob Nutzer bereit sind, für solche Angebote zu zahlen - denn werbefinanziert sind diese Beispiele nicht.

[Jakob Steinschaden]

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