Styria-Aufsichtsratschef: „Luft holen“

Friedrich Santner: Rasantes Wachstum in vergangenen Jahren - „Wie gesund ist alles?“ - „Ich bin nur gegen sinnlose Ausgaben“

Nach den Umwälzungen bei „Presse“ und „WirtschaftsBlatt“ erklärt nun der Aufsichtsratschef des Eigentümers Styria Media Group, Friedrich Santner, welche Herausforderungen er für den Gesamtkonzern sieht. In einem Interview mit dem „Standard“ betont Santner, wie wichtig ihm die wirtschaftliche Unabhängigkeit der einzelnen Unternehmensteile sei.

So verweist er auf das rasante Wachstum des Konzerns in den vergangenen 15 Jahren, bei dem „strategisch sehr klug ein Portfolio zusammengekommen“ sei. „Aber in diesen Wirtschaftszyklen kommt dann auch eine Zeit, wo man einen Schritt zurück machen, Luft holen, und fragen muss: Wie gesund ist alles, wie mache ich alles gesund? Wie unabhängig ist es“, so Santner. „Das Ziel ist: selbstständig lebensfähige Einheiten.“

„Völlig verkürzte Darstellung“

Er moniert ein falsches Bild in der Öffentlichkeitangesichts über die Styria-internen Maßnahmen. Dass nur die Controller am Ruder seien und Qualität kein Thema sei, „ist eine völlig verkürzte Darstellung“, sagt Santner. „Qualität ist ein unabdingbares Muss in allem Tun. Entweder etwas hat Qualität oder eben nicht.“

Wo soll die Styria nach Ansicht ihres Aufsichtsratschefs nach Sparpotenzialen fahnden? „Ich bin nur gegen sinnlose Ausgaben“, erklärt Santner dazu. „Autos, Chauffeure, Events, sind die notwendig? In unserer Firma bauen wir die tollsten Messestände, die Leute sind begeistert. Aber am Schluss muss ich fragen: Wie viele Kontakte habe ich damit gehabt, was hat mich ein Kontakt gekostet, und wie viele Umsätze habe ich damit generiert?“

Aufsichtsrat „sehr kollegiales Organ“

Dass das oberste Kontrollgremium der Styria in seinen Sitzungen teilweise über die Belastungsgrenzen der Teilnehmer gehen und bei den Zusammenkünften teils ein recht forscher Umgangston herrschen soll, sieht Santner „überhaupt nicht“ gegeben: „Ich habe den Vergleich, sitze in verschiedenen Aufsichtsräten und Gremien. Das ist ein sehr kollegiales Organ, das in großer Wertschätzung miteinander arbeitet. Wir haben bestes Einvernehmen, auch mit Betriebsräten, mit denen wir letztens sogar gemeinsam gestimmt haben.“ Mit dem aktuellen Styria-Vorstand, bestehend aus Wolfgang Bretschko, Klaus Schweighofer und Malte von Trotha sei er zufrieden, sagte er: „Ja, ja sicher“, antwortete Santner auf die entsprechende Interviewfrage. Ein wirtschaftlich negatives Ergebnis der Styria für 2012 schließt Santner aus, wie er betonte.

[Philipp Wilhelmer]

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