ORF TVthek auf UPC-digital

ORF und UPC präsentieren die ORF-TVthek-Integration auf der On Demand-Plattform von UPC Digital TV – 300.000 digitale Kabelhaushalte im Visier.

Einen Tag vor Eröffnung der Olympischen Spiele in London präsentiert sich die ORF-TVthek auch auf der On Demand-Plattform des größten österreichischen Kabel-TV-Anbieters UPC: Die Highlights des ORF-Fernsehens werden dadurch auch für Digital-TV-Kunden des Kabelnetzbetreibers UPC auf Abruf zugänglich. UPC bedient knapp über 500.000 Haushalte mit Kabel-TV, nach eigenen Angaben sind rund 300.000 davon digitalisiert - damit gesellt sich die ORF-TVthek zum On-Demand-Angebot des Privatsenders ATV, der bereits seit Oktober 2010 ein Portfolio von Eigenproduktionen im via UPC anbietet.

Im November 2009 startete der ORF die Abrufplattform ORF TVthek, ein Jahr später folgten zusätzlich zum Desktop-gestützten Angebot Apps für Apple und Android - die Jahresbilanz 2011 formulierte Thomas Prantner (bis Jahreswechsel Online-Direktor, seit Jänner stellvertretender ORF-Direktor für Technik, Online und neue Medien) die Bilanz so: „Durchschnittlich 12,1 Millionen Videoabrufe im ersten Quartal 2012 und 662.000 in der Reichweitenstudie ÖWA Plus 4. Quartal 2011, pro Monat; nicht nur am PC, sondern auch auf iPhone, iPad sowie auf allen weiteren gängigen Smartphones sind in Topqualität abrufbar: Seit November 2011 ist die Multimediaplattform via eigener App auf iPhone und iPad sofort verfügbar. Seit Anfang März 2012 gibt es die ORF-TVthek-App auch für Android-Smartphones und -Tablets.

Hohe Downloadzahlen dokumentieren laut ORF das Interesse an diesem Tool: 239.196 Menschen haben die ORF TVthek-App bereits auf ihrem iPhone oder iPad, mehr als 50.000 haben die App auf Geräten mit dem Android-Betriebssystem installiert. Eine TVthek-App für Smart-TV-Geräte ist zurzeit in Entwicklung und soll im ersten Halbjahr 2012 starten“, avisierte Prantner im Jänner. Seit Mai ist die ORF TVthek in einer eigens von Wunderman PXP aufgesetzten technischen Version auf der Fernsehplattform von Samsung abrufbar (das nennt sich „Samsung Smart TV“) - und am heutigen Donnerstag, den 26. Juli, präsentierten Prantner und Kabelanbieter UPC die eigens adaptierte ORF TVthek-App für UPC (digital-) Kunden.

UPC als nach eigenen Angaben größter Kabel-TV-Anbieter in Österreich erreicht im 1. Quartal 2012 knapp über 500.000 Haushalte (rund 300.000 davon digitalisiert).
Die ORF-Video-Plattform wurde auf der UPC-digital-Plattform so integriert, dass sie für die UPC-Kunden mit gewohnter Bedienung und in bester Bildqualität abgerufen werden kann.

Thomas Hintze, Vorsitzender der Geschäftsführung von UPC Austria: „Unsere hohen Steigerungsraten bei Video on Demand - im ersten Halbjahr 2012 verzeichneten wir rund 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr - bestärken uns: Mit der ORF Partnerschaft unterstreichen wir unsere Position im Hinblick auf die aktive Gestaltung einer modernen Medien-Zukunft. Durch unser hochqualitatives Fiber Power Netz bringen wir die TVthek des ORF in bester Bild- und Tonqualität auf die TV-Geräte unserer Kunden.“

Thomas Prantner, stellvertretender Direktor für Technik, Online und Neue Medien des ORF: „Der Erfolg der ORF-TVthek zeigt ganz deutlich, dass unsere Strategie, ORF-Content auf möglichst vielen Plattformen und über alle relevanten Verbreitungswege anzubieten, voll aufgegangen ist. Unsere Partnerschaft mit Österreichs größtem Kabelnetzbetreiber UPC ist der nächste wichtige Schritt, um dem verstärkten Bedarf unseres Publikums nach zeit- und ortsunabhängiger Nutzung der ORF-TV-Sendungen, Rechnung zu tragen.“

„Bewegtbild“ ist für die Digitalbranche im allgemeinen und die TV-Sender (sowie deren Vermarkter) eine neue Monetarisierungsoption (ermöglicht durch Breitband und Mobile Plattformen): Nach dem ORF-Angebot meldet seitens der TV-Vermarkter die SevenOne Interactive rund sieben Millionen Video-Abrufe monatlich (vornehmlich für Sendungsangebote aus der ProsSiebenSAT.1-Gruppe), IP-Österreich erweiterte sein Angebot und meldete zuletzt rund vier Millionen Videoabrufe - ATV hält bei rund einer Million. Erst im Juni schloss auch SevenOne Media zum ORF auf und präsentierte - mit Samsung - „7 Screens - 1 Spot“ (zusätzlich zur Website puls4.com und die mobile Website, eine Puls4-App für iPhone, iPad und Android Smartphone sowie via Samsung Smart TV und HbbTV-fähig).

Für das Jahr 2011 erhob Marktbeobachter werbeplanung.at ein Brutto-Volumen für Bewegtbild von 30 Millionen Euro (inklusive der „Video-Packages“ von Anbietern wie krone.tv oder Vermarktern wie adworx oder Goldbach Audience). Das ist in Anbetracht des Brutto-TV-Volumens der Privaten von rund 480 Brutto-Millionen-Euro ist Bewegtbildwerbung im Netz eine noch überschaubare Größe - die Nachfrage allerdings liegt im deutlich zweistelligen prozentualen Wachstumsbereich.

Der eingeschränkte Vergleich mit dem „Privaten“ TV-Volumen ist deshalb sinnvoll, da laut ORF-Gesetz vom 1. Oktober 2010 dem „In-Stream-Werbung“ auf der TVthek nicht gestattet ist. Die Werbewirtschaft sieht naturgemäss die Zugriffszahlen, die ORF-Geschäftsführung hielt sich, wohl auch „gefesselt“ durch Wahl 2011 und 2012 nach dem Niko-Gate und der sehr verunglückten „Standortdiskussion“ mit Statements zur TVthek und Werbung zurück: Nun erwähnte ORF-Prantner sozusagen als Nebensatz beim Online-Summit am 12. Juli, dass ein entsprechender Antrag an die Medienbehörde nun doch eingebracht würde.

Das rief sofort den VÖP Verband der Privatsender auf den Plan (dessen Mitglieder naturgemäß nicht nur den Wettbewerber an sich, sondern einen Preisverfall angesichts der gigantischen Zugriffsmenge bei der ORF-TVthek gewahren müssten): „Den Ambitionen des ORF, die mit staatlichen Beihilfen produzierten Rundfunkinhalte im Internet ein weiteres Mal zu kapitalisieren, sind derzeit im ORF-Gesetz aus gutem Grund Grenzen gesetzt“, formuliert VÖP-Geschäftsführerin Corinna Drumm eindeutig. Und argumentiert weiter interessant doppeldeutig: „Das Einspielen von Werbung in die TV-Thek würde den publizistischen und gesellschaftlichen Mehrwert für die Bevölkerung sogar reduzieren. Dazu kommt, dass der Markt für Bewegtbildwerbung im Internet als einer der wenigen Wachstumsmärkte zukunftskritische Bedeutung für die privaten Mitbewerber hat. Würde dem ORF hier - wie schon in anderen Fällen - eine vorzeitige Marktbesetzungsstrategie ermöglicht, wären die Auswirkungen auf den Mitbewerb verheerend“.

Anmerkung: Letzeres Argument ist klar im Sinne der Privaten - aber bitte, aus welcher Mottenkiste kommt das Argument, dass „das Einspielen von Werbung (...) den publizistischen und gesellschaftlichen Mehrwert für die Bevölkerung sogar reduzieren“ würde...???

[Herwig Stindl]

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