„Liebt einander“
Benetton startet weltweit eine aufsehenerregende Kampagne: „UNHATE“.
Einmal mehr setzt sich Benetton den moralischen Hut auf und ist dabei ungemein kreativ, auffallend, berührend, ernsthaft und liebevoll. UNHATE - eine bewegende Kampagne gegen die „Hasskultur“ - nur die Liebe allein kann Gegensätze, scheinbar Unvereinbares, den Hass überwinden. Parallel gründet das italienische Modelabel die Stiftung Unhate mit dem Ziel Nähe zwischen Völkern, Religionen, Kulturen und das friedlichem Verständnis für die Rechte
und Freiheiten der Menschen zu fördern.
Zu gewagt - Sujet wurde aus dem Verkehr gezogen
US-Präsident Obama küsst sein chinesisches Pendant Hu Jintao, der israelische Minsterpräsident Benjamin Netanjahu küsst Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, auch Angela Merkel und Nicolas Sarkozy kommen einander näher. Starke Sujets, so aufsehenerregend, dass die Fotomontage eines Kusses zwischen Papst Benedikt XVI. und dem ägyptischen Imam Ahmed el Tajjeb zurückgezogen werden musste.
Die internationale Kommunikationskampagne UNHATE, die erste Initiative der soeben gegründeten gleichnamigen Stiftung wurde von Alessandro Benetton, Exekutiv-Vizepräsident der Benetton Group Spa, am Mittwoch, 16. November, in Paris, im Flagshipstore am Boulevard Haussmann vorgestellt.
Die Kampagne, Der Film
Die Kampagne, die insbesondere in den weltweiten Flagshipstores präsent sein wird, ist in vielen Ländern auch auf Plakaten, in Print, teilweise im Kino zu sehen. Unter http://unhate.benetton.com/ findet man Infos zur Stiftung, Sujets und den Film (siehe auch unten), der in bewegender Form allen Klischees von gleichgeschlechtlicher bis zur verbotenen Liebe, Liebe in Kriegszeiten und der Liebe an sich Raum gibt. Regie führte Laurent Chanez. Er erzählt vom prekären Gleichgewicht und der engen Verflechtung zwischen dem Drang zu hassen und den Gründen zu lieben. Er besteht aus einem Crescendo bewusst zweideutiger Bilder: Augen, die flirten oder sich grimmig anschauen, Menschen, die sich umarmen oder miteinander kämpfen, Aufstände oder Volksfeste, Raufereien oder entfesselter Tanz, Momente des Konflikts oder der Liebe: zwei Kampfsportler nach einer Runde, ein Paar, das sich soeben geliebt hat …
Mutige Aktionen
Witzig auch die Guerilla-Aktionen, die am 16. November von Paris, Rom über Mailand, Tel Aviv, bis New York. Im Einklang mit dem Geist der aktiven Beteiligung, die für das UNHATE-Projekt charakteristisch sein soll, wurden die Bilder der United Colors of Benetton-Kampagne, übrigens kreiiert in der hauseigenen Agentur Fabrica, die internationale Designer, Planer und junges und modernes Know How versammelt, von Jugendlichen platziert. Die spontanen Live-Actions zeigten Plakate mit sich küssenden Führungspersönlichkeiten an Orten, die symbolisch für einen notwendigen Friedensprozess stehen.
Zuletzt findet sich in UNHATE DOVE der Toleranzgedanke in Form einer
Kunstinstallation aus Patronenhülsen, die von Menschen aus Kriegsgebieten in aller Welt übermittelt wurden. Der kubanische Künstler Erik Ravelo von Fabrica, bereits bekannt durch die Skulpturenserie Lana Sutra, wird diesen “Kriegsmüll” verwenden, um eine vier Meter lange, glänzende Friedenstaube - UNHATE DOVE - zu bauen, die die Friedensbotschaft der Stiftung in die Welt tragen wird.
Credits:
Agentur: Fabrica
Creative Director: Erik Ravelo
Regie/Film: Laurent Chanez
Fabrica:
Fabrica ist das von Benetton Group finanzierte Zentrum für Kommunikationsforschung. Es wurde 1994 mit dem Ziel gegründet, eine Brücke zwischen Kultur und Industrie zu schlagen und Jugendlichen aus aller Welt die Chance für kreative Entwicklung und einen multikulturellen Austausch zu bieten. Sein Sitz ist in Treviso, in einem von Tadao Ando renovierten und ausgebauten Gebäudekomplex. Fabrica vergibt Jahresstipendien an junge Künstler/Designer, welche Gelegenheit zur Ausbildung und Nutzung eines großen Reichtums an Ressourcen und Verbindungen erhalten, um unter der Führung von Experten kulturelle und soziale Kommunikationsprojekte in den Bereichen Design, visuelle Kommunikation, Fotografie, Interaction, Video, Musik, Medienprodukte zu erarbeiten. Darunter fällt auch die Konzeption und Umsetzung der hauseigenen Kampagnen.
[Birgit Schaller]












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