Focus-Werbebarometer: „Auf schwächelndem Niveau stabil unterwegs“

Großer Absturz steht nicht bevor - Fernsehen gut im Kurs, für Print Rückgänge prognostiziert - ORF-Enterprise-Chef Prenner hofft auf Erreichen des Vorjahresniveaus

Die österreichische Werbekonjunktur hat sich in den ersten acht Monaten des Jahres zwar abgeschwächt, „wir stehen aber nicht vor einem Absturz“, erklärten Josef Leitner und Klaus Fessel von Focus Media am Dienstag bei der Präsentation des aktuellen „Werbebarometers“. „Wir sind auf schwächelndem Niveau stabil unterwegs“, so die Botschaft. Von Jänner bis August sind die Brutto-Ausgaben für Werbung dementsprechend gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Prozent gestiegen.

Während sich das Fernsehen über Werbezuwächse freuen kann, wird für den Printsektor in den kommenden sechs Monaten ein Rückgang der Werbeausgaben von 3,4 Prozent erwartet. Wie üblich sind die Erwartungen in den Onlinewerbemarkt besonders hoch, hier rechnet die Branche mit einem Anstieg von 7,8 Prozent. Ein noch kleiner aber besonders aufstrebender Bereich des Online-Marketings ist das Mobile-Marketing, dessen Anteil am Online-Werbekuchen auf 3,3 Prozent geschätzt wird. Insgesamt wird ein Rückgang der Werbeausgaben von 0,6 Prozent erwartet.

Für den TV-Sektor werden Werbezuwächse von 2,9 Prozent erwartet. Der ORF-Enterprise-Chef bestätigte, dass auch der ORF von diesem Wachstum profitiere. Während die ORF-Spitze ja bis vor kurzem aufgrund des schwachen ersten Halbjahres die Erwartungen in die Werbeerlöse für das gesamte Jahr zurückschrauben musste, „sind wir derzeit so im Aufholen, dass wir unter Umständen eventuell sogar auf Vorjahresniveau kommen“, so Prenner.

Der Enterprise-Chef warb bei der Pressekonferenz auch für eine Ausweitung der werberelevanten Zielgruppe bis 59 Jahre. Die derzeitige Definition, die nur die 12- bis 49-Jährigen umfasst, sei nicht mehr zeitgemäß und entspreche nicht dem Konsum- und Medienverhalten der Gesellschaft. Grundsätzlich plädiere er für eine Ausweitung der werberelevanten Zielgruppe auf bis 64-Jährige, dies sei aber wohl in einem ersten Schritt nicht machbar. Prenner verwies darauf, dass auch international die Anpassung der Zielgruppendefinitionen thematisiert werde und etwa RTL seine Kernzielgruppe auf 18 bis 59 Jahre ausweiten will.

(APA)

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