Erster Gender Award Werbung vergeben

Zuerst wurde zu dem Thema „Wie viel Gender braucht die Werbung?“ diskutiert, dann McCann Wien durch Bundesministerin Heinisch-Hosek mit dem Award ausgezeichnet.

Am Ende des zweiten Tages der 19ten Österreichischen Medientage wurde es in Saal 2 nicht nur voll, sondern auch innovativ: Um 18 Uhr ging es unter der Moderation von Woman-Chefredakteurin Euke Frank gemeinsam mit Hans Georg Gasser (VÖZ), Richard Grasl (ORF), Gabriele Heinisch-Hosek (BM für Frauen und öffentlichen Dienst), Gerda Reichl-Schebesta (CCA) und Michael Straberger (ÖWR) dem Thema „Wie viel Gender braucht die Werbung?“ auf den Grund. Euke Frank leitet die Diskussionsrunde mit der Feststellung ein, dass Werbung immer ein Spiegel der Gesellschaft wäre, und man daher auch sieht, wie weit es mit Veränderungen schon gedienen ist. Auf Frank´s Frage, ob ihr die „Genderei“ nicht schon auf die Nerven ginge, antwortete Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek: „Nein, weil die Sache mit der Geschlechtergerechtigkeit einfach noch nicht zu Ende ist.“ und erstaunlich offen weiter: „Jedes Podium ist recht, um die Rollenstereotypen raus zu bekommen. Und ich habe einen langen Atem.“

Taten statt Worte


CCA-Präsidentin Gerda Reich-Schebsta forderte, dass die Werber ihre Gewohnheiten verändern, denn „wer ein guter Werber ist verwendet keine Klischees.“ Werberats-Präsident Michael Straberger erzählte, dass es sich bei den 300 Werberat-Beschwerden pro Jahr zumeist nicht um die Arbeiten von großen Agenturen und Unternehmen handelt. Straberger: „Es sind die mittleren und kleinere Unternehmen, die oft auch ohne Agentur arbeiten, die weder das Wissen noch die Sensibilität für dieses Thema haben.“ Und Richard Grasl, kaufmännischer Direktor des ORF, nahm das Panel auch gleich zum Anlass Erfreuliches zu verkünden. Der ORF Stiftungsrat hat letzte Woche ein Gleichstellungsplan beschlossen, durch den sich dann zum Beispiel alle ORF-Führungskräfte künftig einer Ausbildung in gendergerechter Führung unterziehen müssen. Weiters wird auch ein Genderbudgeting-System eingeführt, wobei er auch anmerkte, dass das Genderthema nur ein Teil von Diskriminierung ist. VÖZ-Präsident Hans Georg Gasser forderte: „Wir wollen nicht die schlechten Beispiele sondern die guten in den Vordergrund stellen. Als Printmedien ist es unsere Verantwortung, die Gendergerechtigkeit auch zu leben - auch redaktionell.“ Und auch der VÖZ wird tätig: Er wird die gendergerechte Berichterstattung in seinem Kodex verankern.

1.Gender Award Werbung geht an McCann Wien

Abschließend wurde von Bundesministerin Heinisch-Hosek der erste österreichische Gender Award Werbung verliehen. Ziel des von VÖZ und ORF gestifteten Awards ist es geschlechtersenible Werbung aus Österreich auszuzeichnen. Heinisch-Hoschek: „Es ist mir ein Anliegen Werbesujets mit Vorbildcharakter auszuzeichnen, wo Frauen und Männer so dargestellt werden, wie es sein könnte. Es ist wichtig sich mit der Frage auseinanderzusetzten, wie jemand dargestellt wird und für die Zukunft Umsetzungstrategien aufzuzeigen.“ Die Jury bestand aus Vertretern der Werbung, Geschlechterforschung und den Medien. Diesmal gab es dreizehn Einreichungen. Zum Sieger wurde ein TV-Spot für Fleisch gekürt. In dem Spot „Reifenpanne“ hat ein Pärchen eine Autopanne und die Frau hebt lässig den Kleinwagen, während der Mann den Reifen wechselt. Auftraggeber war hier die Agrarmarkt Austria Marketing GesmbH, umsetzende Agentur McCann Wien.

[Elisabeth-K. Fürst]

Kommentare

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  • Walter WaaFee
    Die Botschaft, nach der Gender Studies außerhalb der etablierten Wissenschaften agieren und im Falle einer Konfrontation argumentativ in Sprachlosigkeit versinken, ist offensichtlich hier wie bei der Sozialdemokratie in Skandinavien angekommen. Der Förderstopp beschlossen von den skandinavischen Ministern des Nordic Council, hat eine bedeutsame, politische Signalwirkung, weil er u.a. den gesellschaftlichen Nutzen von Gender Studies prinzipiell in Frage stellt. Diese Entwicklung hat kürzlich auch an Universitäten in den USA eingesetzt.

    Nach den Vorstellungen der Gender-Forscher sind Männer und Frauen völlig gleich und müssen völlig gleich erzogen werden. Es gibt demnach auch weder männer- noch frauenspezifische Berufe. Paradoxerweise entscheiden sich in den freizügigen Ländern Nordeuropas Frauen sogar seltener dafür, Technikwissenschaften zu studieren als in „traditionelleren” Ländern wie Indien. In Norwegen ist die ganze Gender-Forschung nun mit einem peinlichen Knall quasi wegen erwiesener Scharlatanerie geplatzt. Aus für Genderforschung in Norwegen ab 2012 auf Youtube:

    Brainwash (1/7) - The Gender Equality Paradox
    Brainwash (2/7) - The Parental Effect
    Brainwash (3/7) - Homo-hetero
    Brainwash (4/7) - Violence
    Brainwash (5/7) - Sex
    Brainwash (6/7) - Race
    Brainwash (7/7) - Nature or Nurture

    Mit deutschem Untertitel: http://femokratie.com/video-das-gleichstellungs-paradox/09-2012/

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