E-Commerce auf dem Prüfstand
Als Abschluss der Medientage Digital wurde unter der Moderation von Jan Radanitsch (Gründer und Geschäftsführer von Smec) über E-Commerce, dazugehörige Strategien und Konzepte diskutiert.
Mit der steigenden Digitalisierung wächst auch die Zahl derer, die ihre Einkäufe im Internet erledigen. Besondere Verbreitung findet Online-Shopping vor allem in West-, und Nordeuropa – doch auch das Interesse der österreichischen und deutschen Konsumenten, Produkte im Internet zu erwerben, wächst. Das letzte Panel der Österreichischen Medientage Digital setzte sich mit der Frage auseinander, wie Unternehmen mit diesem Kundenbedürfnis umgehen, welche Strategien sie implementieren und welche Möglichkeiten sich in Zukunft auftun. Unter der Moderation von Jan Radanitsch (SMEC) diskutierten Marcela Atria (atrium consulting), Michael Bayr (Lomographic Society International), Gerald Heidegger (ORF.at) und Bernd Wollmann (Casinos Austria).
Bernd Wollmann (Head of Marketing & New Media bei den Casinos Austria) über eine erfolgreiche E-Commerce Strategie des Unternehmens:
„Mit unserer Online-Kampagne ‚Print at Home‘ konnten wir unseren Umsatz an Gutscheinen im Weihnachtsgeschäft letztes Jahr um 230 Prozent steigern, indem wir die Möglichkeit geboten haben, diese von zuhause aus auszudrucken – damit sind wir vor allem den Last-Minute Käufern entgegengekommen. Das Produkt ist dasselbe geblieben, auch die Zielgruppe, aber die Convenience ist gestiegen. Das hat funktioniert.“
Marcela Atria (Inhaberin von atrium consulting) gibt zu bedenken:
„Man muss sich überlegen: was ist die Strategie? Was ist mein Ziel? Was ist mein Produkt? Ich kann nicht einfach nur Online vertreiben, ohne Strategie, ohne passendes Produkt.“
Michael Bayr von der Lomographic Society International über den Erfolg des Analogfotografie-Unternehmens in Zeiten von Digitalkameras:
„Wir haben 1998, also sehr früh, mit E-Commerce begonnen, aus einer Not heraus. Wir haben ein Produkt, wo es einen Demand gibt in vielen Ländern, aber nicht das Angebot. Wir haben unsere Webseite internationalisiert, verkaufen nicht nur Online, sondern haben auch eine Plattform geschaffen, wo Nutzer ihre Bilder teilen können, wir bieten Fotoentwicklung an, mit dem Konkurs von Kodak nun auch Filme. Es wurde somit ein komplexes Ökosystem geschaffen, das man normalerweise nur als globales Unternehmen mit viel mehr Umsatz hat.“
Gerald Heidegger (Redaktionsleiter von ORF.at) über die Bedeutung von E-Commerce für die Medienlandschaft:
„Uns ist E-Commerce ja gesetzlich verboten. Es ist allerdings ein Indikator, von dem man ganz klar etwas lernen kann. Es sind ja nicht nur reine Verkaufsplattformen, sondern auch Communities.“
Bernd Wollmann von den Casinos Austria über ein Negativbeispiel im Bereich E-Commerce:
„Man darf nicht zu lange warten, um Dinge auszuprobieren. Es gibt ein Beispiel, das nenne ich immer dann, wenn es darum geht, wie man es nicht macht. Von den drei großen deutschen Versandunternehmen - Quelle, Neckermann und Otto - gibt es noch genau ein einziges, das überlebt hat und das ist der Otto-Konzern und auch der spart. Das konkursgegangene Unternehmen Quelle hat gezeigt, wie man es besser nicht macht, man kann nicht einfach nur einen Flyer digitalisieren.“
[Gerlinde Giesinger]






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